Arbeitgeber-Ranking: Autobranche verliert an Beliebtheit

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Ein der Welt vorliegendes neues Arbeitgeber-Ranking der Employer-Branding-Agentur Universum Global zeigt ein deutlich verändertes Stimmungsbild unter Arbeitnehmern. Zwischen November 2024 und September 2025 wurden rund 7.900 Beschäftigte befragt – erstmals nicht nur junge Fachkräfte, sondern auch erfahrene Berufstätige. Ziel der Erhebung war es, die beliebtesten Arbeitgeber und die wichtigsten Erwartungen an Unternehmen zu identifizieren. Die Ergebnisse gelten als repräsentativ.
Die Befragung steht klar im Zeichen der aktuellen geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten. „Menschen, die bereits im Berufsleben stehen, sind von einer wirtschaftlichen Krise natürlich stärker betroffen“, erklärt Axel Keulertz, Senior Strategy Consultant Employer Branding bei Universum. „Trotzdem haben sie deutlich mehr auf die allgemeine Unsicherheit im Markt reagiert, als wir es erwartet hätten.“ Sicherheit in jeglicher Form – beruflich, wirtschaftlich und gesellschaftlich – ist das zentrale Thema dieser Erhebung.

Besonders auffällig ist der Aufstieg von Rüstungsunternehmen und öffentlichen Arbeitgebern. In Zeiten von Aufrüstung, Wehrpflichtdebatten und globalen Spannungen sind die Bundeswehr, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie Firmen wie Rheinmetall und Airbus in der Gunst der Beschäftigten stark gestiegen. Bei Wirtschaftswissenschaftlern machte die Bundeswehr einen Sprung um 30 Plätze, Airbus folgte mit dem zweitgrößten Zuwachs. Bei Ingenieuren gewann Rheinmetall am stärksten an Zustimmung, bei IT-Fachkräften das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).
VW & Tesla bei Wirtschaftswissenschaftlern unbeliebter
Dieser Trend hatte sich bereits in einer früheren Befragung unter Studierenden abgezeichnet. Selbst die Generation Z bewertet Rüstungs- und Verteidigungsunternehmen zunehmend positiv – ein deutlicher Imagewandel gegenüber den Vorjahren. Zu den Verlierern des neuen Sicherheitsbooms gehört die deutsche Automobilindustrie. Zwar bleiben Marken wie Porsche, Mercedes und Bosch beliebt, doch insgesamt verliert die Branche an Zustimmung. So büßten Volkswagen und Tesla bei Wirtschaftswissenschaftlern massiv an Attraktivität ein: VW fiel um 15 Plätze, Tesla sogar um 72.
Neben der inneren und äußeren Sicherheit rückt auch die persönliche Jobsicherheit in den Fokus. Öffentliche Arbeitgeber erleben einen Popularitätsschub: Neben der Bundeswehr zählen das Auswärtige Amt, der Bundesnachrichtendienst, die Fraunhofer-Gesellschaft und das Europäische Patentamt zu den großen Gewinnern des Rankings. „In unsicheren Zeiten ist der Öffentliche Dienst der sichere Hafen“, sagt Universum-Deutschlandchef David Falzon.
Falzon beobachtet, dass sich frühere Corona-Trends abgeschwächt haben, während die Sorge um Arbeitsplatzsicherheit bleibt. Er spricht von einer allgemeinen „Transformation“, die in Unternehmen spürbar sei und Mitarbeiter verunsichere. Diese Unsicherheit zeigt sich auch in der hohen Wechselbereitschaft: Mehr als die Hälfte der Befragten plant, innerhalb eines Jahres den Arbeitgeber zu wechseln – ein Anstieg um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Dabei erweitern Arbeitnehmer ihre Optionen deutlich. Im Durchschnitt kommen nun 25 potenzielle Arbeitgeber infrage, zuvor waren es 18. Keulertz mahnt, dies nicht als mangelnde Loyalität zu deuten: Einige zweifelten sicher daran, dass sie in den kommenden 12 Monaten noch einen Job haben werden. Die größere Auswahl sei eine Reaktion auf den unsicheren Arbeitsmarkt.
Auch in den persönlichen Prioritäten zeigt sich ein Wertewandel. Erstmals steht nicht das Gehalt an erster Stelle, sondern der respektvolle Umgang mit Mitarbeitenden. Weitere zentrale Wünsche betreffen das Wohlbefinden, Weiterbildungsmöglichkeiten, flexible Arbeitsbedingungen und eine ausgewogene Work-Life-Balance.

Automobile Magazine-Germany

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