Aston Martin verabschiedet sich von seiner früheren Wachstumsstrategie und setzt künftig auf höhere Margen statt auf steigende Stückzahlen. Der britische Luxusautohersteller halbierte in den vergangenen acht Jahren schrittweise seine langfristigen Absatzprognosen, nachdem sich keine nachhaltige Profitabilität erreichen ließ. Statt auf Volumen will man sich laut Automotive News nun stärker auf margenstarke, niedrigvolumige „Specials“ konzentrieren, darunter der Hybrid-Mittelmotor-Supersportwagen Valhalla (Artikelbild).
Noch 2018 hatte der damalige CEO Andy Palmer einen Jahresabsatz von 14.000 Fahrzeugen bis 2025 prognostiziert. 2020 korrigierte sein Nachfolger Tobias Moers das Ziel auf 10.000 Einheiten bis 2024. Tatsächlich blieb Aston Martin deutlich darunter: 2025 lag der Großhandelsabsatz – die Verkäufe an Händler – bei 5448 Fahrzeugen. Der aktuelle Vorstandschef Adrian Hallmark erklärte, mit diesem Niveau sei man künftig zufrieden. „Wir sehen keinen Weg zu 8000 bis 10.000 Einheiten pro Jahr“, sagte er und betonte, man habe die Erwartungen neu gesetzt und das Unternehmen entsprechend angepasst.
Konkrete mittelfristige Ziele nannte Hallmark nicht, sprach jedoch von jährlich 5500 bis 6000 Verkäufen der Kernmodelle sowie zusätzlich 250 bis 500 Sondermodellen. Dieses Niveau sei „konservativ und erreichbar“. Die jüngsten Zahlen zeigen jedoch weiter rückläufige Tendenzen: Nach einem Höchststand von 6620 Einheiten im Jahr 2023 sanken die Großhandelsverkäufe 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent.
Belastend wirkte vor allem die Entwicklung im asiatisch-pazifischen Raum einschließlich China, wo die Verkäufe um 21 Prozent auf 968 Fahrzeuge zurückgingen. China trug damit nur noch 5 Prozent zum Gesamtabsatz bei. Die Nachfrage in der Volksrepublik sei „extrem gedämpft“ geblieben, so Hallmark. Wichtigster Markt waren die USA mit 1868 Fahrzeugen beziehungsweise 34 Prozent Anteil.
Bruttomarge von 40 Prozent angepeilt
Um die Profitabilität zu steigern, setzt Aston Martin verstärkt auf höherwertige Versionen seiner Kernmodelle. Ziel ist es, den durchschnittlichen Verkaufspreis zu erhöhen und eine Bruttomarge von 40 Prozent zu erreichen – ein Niveau, bei dem das Unternehmen nach eigenen Angaben profitabel arbeiten kann. Im vergangenen Jahr lag die Bruttomarge bei 29 Prozent, bei einem Gesamtverlust von 493 Millionen Pfund (rund 570 Mio. Euro).
Parallel dazu strafft der Hersteller seine Strukturen. Das weltweite Händlernetz wurde von 163 auf 156 Standorte reduziert, wobei der Schwerpunkt der Kürzungen im asiatisch-pazifischen Raum lag. Dort sank die Zahl der Händler nach fünf Schließungen auf 38. Zudem musste das Unternehmen im vergangenen Jahr seine chinesischen Händler finanziell unterstützen, um ältere Lagerbestände angesichts der schwachen Nachfrage abzubauen.
Auch intern schrumpft das Unternehmen. Aston Martin kündigte an, rund 20 Prozent der Belegschaft – etwa 600 Stellen – abzubauen, um rund 40 Millionen Pfund einzusparen. Die Maßnahmen sollen helfen, die Briten „schlank und effektiv für die Zukunft“ aufzustellen, erklärte Hallmark. Laut dem Geschäftsbericht beschäftigte Aston Martin im März 2025 insgesamt 3006 Mitarbeiter, die Mehrheit davon im Vereinigten Königreich.
Wachstumsimpulse erwartet der Hersteller durch hochpreisige Sondermodelle. Die Produktion des Hybrid-Supersportwagens Valhalla, der in Großbritannien rund 850.000 Pfund (ca. 980.000 Euro) kostet, wird hochgefahren. Für dieses Jahr plant das Unternehmen die Auslieferung von 500 Fahrzeugen, nachdem im vierten Quartal 2025 bereits 152 Einheiten an Kunden übergeben wurden.
Pläne zur Erweiterung der Modellpalette um vollelektrische Fahrzeuge hat Aston Martin derweil auf das nächste Jahrzehnt verschoben. „Wir glauben nicht, dass unsere Kunden diese Technologie derzeit wollen“, sagte Hallmark.
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