Das Lade-Unternehmen Elvah hat seinen „Lademarkt-Report“ für das zweite Halbjahr 2025 veröffentlicht. Mit 35,8 Millionen Ladevorgängen und 909 Gigawattstunden (GWh) an geladener Energie hat der Markt in Deutschland demnach weiter zugelegt und das erste Halbjahr deutlich übertroffen.
Für den Zeitraum Januar bis Juni 2025 hatte Elvah rund 29 Millionen Ladevorgänge gemeldet, bei denen 689 GWh an Energie geflossen sind. Das entsprach einer Steigerung von rund 16 Prozent gegenüber dem zweiten Halbjahr 2024. Mit dem „Lademarkt-Report II.2025“ wurde nun bei der Anzahl der Ladevorgänge ein Plus von 24 Prozent verzeichnet, die 909 GWh an geladener Energie entsprechen 32 Prozent mehr.
„Die Rekordwerte bei den Ladevorgängen, gestützt durch wieder anziehende Zulassungszahlen von Elektrofahrzeugen, bestätigen eine fest etablierte Nachfrage. Im Jahresverlauf wird diese Dynamik besonders sichtbar: Das Ladevolumen steigt von 983.000 wöchentlichen Ladevorgängen Ende Juni auf bis zu 1,67 Millionen Sessions pro Woche zum Jahresende“, so Elvah.
Schnelllader zeigen stärkstes Wachstum
Mit Blick auf die Infrastruktur haben laut Elvah die besonders leistungsstarken High Power Charger (HPC) mit einem Zuwachs von 18,8 Prozent beim Ausbau das stärkste Wachstum gezeigt. 48 Prozent aller Ladevorgänge fanden an HPC statt, obwohl in absoluten Zahlen die langsameren AC-Ladepunkte deutlich überwiegen. Auf diese entfallen 44 Prozent aller Ladevorgänge, während die langsameren DC-Ladepunkte (unterhalb des HPC-Segments) nur für 8 Prozent aller Ladevorgänge stehen. „Insbesondere im Schnellladesegment holen die Nutzungszahlen gegenüber dem Infrastrukturausbau auf; die durchschnittliche HPC-Auslastung steigt im Jahresverlauf von 7,1 auf 9,5 Prozent“, erklärt Elvah.
Im internationalen Vergleich liegt die Gesamtauslastung weiterhin hinter Märkten wie Belgien oder den Niederlanden zurück. „Standortqualität und wirtschaftliche Steuerung gewinnen zunehmend an strategischer Bedeutung. Die Nutzung der Ladeinfrastruktur konzentriert sich dabei weiterhin auf HPC und AC, die zusammen über 92 Prozent aller Ladevorgänge ausmachen“, so der Report.
Analog zu den E-Auto-Zulassungen und dem Ladesäulen-Bestand hat Elvah die höchsten Ladevolumina in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg verzeichnet. In diesen drei Ländern waren auch die Zuwächse beim Ausbau am größten. Mecklenburg-Vorpommern verzeichnete mit 27,4 Prozent den stärksten relativen Anstieg im AC-Bestand, im Saarland wuchs der HPC-Bestand um 28,2 Prozent. Bei den Ladevorgängen pro Einwohner liegt Hamburg mit 0,67 klar über dem Bundesschnitt von 0,39.
EnBW bei Schnellladern weiter führend
Bei den Schnellladern bleibt die EnBW im zweiten Halbjahr 2025 in 14 von 16 Bundesländern Marktführer. „Aral Pulse und Ionity halten ihre Positionen in der HPC-Spitzengruppe stabil, ebenso EWE Go auf Rang vier“, berichtet Elvah. „Zugewinne verzeichnen Shell Recharge und die Pfalzwerke, während Aldi Süd, Fastned und E.ON Drive Infrastructure Marktanteile verlieren.“ Im AC-Segment prägen neben Aggregator Vaylens vor allem regionale Versorger das Marktbild.
„Ausbau allein reicht nicht mehr. Entscheidend werden Auslastung, Standortqualität und Betreiber-Effizienz“, kommentiert Ceren Ahiska, Chief Product Officer bei Elvah, die Ergebnisse der Auswertung. „Wir sehen immer mehr Preisaktionen und Promotions in der Branche. In einem reifer werdenden Markt wird gerade Preisgestaltung zum Effizienzhebel: Wer Auslastung und Wirtschaftlichkeit steigern will, muss Preise und Kampagnen gezielt entlang regionaler Nachfrage steuern. In der nächsten Marktphase gewinnt, wer Infrastruktur nicht nur baut, sondern datenbasiert versteht, steuert und aktiviert.“
Automobile Magazine-Germany


























