Das Laden von Elektroautos erfolgt meist einfach: Stecker in die Wallbox, der Strom fliet bis zum gewnschten Ladestand. Dieses Vorgehen gilt als bequem, ist jedoch nicht immer die gnstigste Option. Dynamische Stromtarife orientieren sich am Brsenpreis und ermglichen Einsparungen, wenn gezielt in gnstigen Zeitfenstern geladen und der Vorgang bei hheren Preisen unterbrochen wird.
Solche Tarife sind von hufigen Preisschwankungen geprgt, oft im Viertelstundentakt. Energiemanagement-Systeme untersttzen dabei, gnstige Phasen zu nutzen, indem sie den Ladevorgang automatisiert steuern und unterbrechen. Nutzer geben lediglich vor, bis wann ein bestimmter Ladestand erreicht sein soll.
Nach Angaben von Florian Ringbeck, der an der RWTH Aachen zur Batteriealterung forscht, sind hufige Unterbrechungen beim Laden unproblematisch. Werden Ladevorgnge hufiger unterbrochen, hat dies keine nennenswerten Auswirkungen auf die Lebensdauer der Batterie, sagte er dem Spiegel. Demzufolge sind flexible Ladestrategien grundstzlich unkritisch fr die Haltbarkeit der Speicher.
Allerdings knnen dynamische Tarife dazu fhren, dass Batterien hufiger vollstndig geladen werden. Statt bei etwa 80 Prozent zu stoppen, wird das Akkupack bei niedrigen Preisen oft bis 100 Prozent geladen. Werden Batterien hufig auf 100 Prozent geladen, altern sie schneller, erklrt Robin Zalwert vom TV-Verband. Besonders belastend sei es, wenn die Batterie ber lngere Zeit auf maximalem Ladestand gehalten wird.
Auswirkungen durch bidirektionales Laden „moderat“
Eine weitere Entwicklung ist das bidirektionale Laden. Dabei kann Strom aus dem Fahrzeugakku zurck ins Netz gespeist oder im eigenen Haushalt genutzt werden. Entsprechende Tarife existieren inzwischen auch in Deutschland. Zudem kann ein E-Auto als Speicher fr selbst erzeugten Strom dienen, etwa aus einer Photovoltaikanlage.
Das Rckspeisen von Strom schadet der Batterie laut Forscher Ringbeck nicht direkt. Allerdings erhht bidirektionales Laden die Zahl der Ladezyklen, der Speicher wird strker beansprucht. Grundstzlich beschleunige dies die Alterung – die Auswirkungen blieben aber moderat, solange die bewegten Energiemengen begrenzt seien.
Simulationen der RWTH Aachen zeigen, dass bidirektionales Laden die Alterung nach zehn Jahren um etwa 1,5 bis 6 Prozent erhht. Dies entspreche einem zustzlichen Reichweitenverlust von rund 6 bis 19 Kilometern. Grundlage war ein Szenario, in dem pro Ladezyklus maximal 30 Prozent der Akkukapazitt genutzt werden.
Einige Autohersteller reagieren vorsichtig. Volkswagen und Ford begrenzen das bidirektionale Laden durch feste Grenzwerte fr Energiemengen und Nutzungsdauer. BMW verzichtet auf feste Limits, weist Kunden jedoch auf mgliche Auswirkungen auf die Gewhrleistung hin. Mercedes-Benz setzt ebenfalls keine Grenzen und verweist auf eine schonende Steuerung der Stromflsse.
Zustzlich beeinflussen gesetzliche Vorgaben das Laden. Seit Anfang 2024 drfen Netzbetreiber die Leistung neuer Wallboxen bei drohender berlastung auf 4,2 Kilowatt reduzieren. Diese Eingriffe wirken sich laut Ringbeck nicht negativ auf die Batterie aus. Im Gegenteil: Das Absenken der Ladeleistung tut den Speichern gut, weil dann im Innern der Batteriezellen weniger Wrme entsteht und die Bedingungen fr schdliche Nebenreaktionen schlechter sind.
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