Die Vision von CEO Elon Musk ist, dass Millionen Elektroautos von Tesla künftig allein mithilfe von Kameras autonom unterwegs sein werden. Dieser Ansatz verspricht Kostenvorteile gegenüber konkurrierenden Technologien. Doch eine aktuelle Auswertung der National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) rückt mögliche Schwächen dieses Konzepts in den Fokus.
Die Behörde hat ihre Untersuchung von Teslas Fahrassistenzsystem ausgeweitet. Grundlage sind Unfalldaten, die laut NHTSA „die Sorge aufkommen lassen, dass die Technik Probleme bei schlechten Sichtbedingungen haben kann“. Damit bestätigt die Analyse eine zentrale Kritik, die von Experten und Wettbewerbern schon länger geäußert wird.
Während Musk weiterhin auf ein kamerabasiertes System setzt, verfolgen andere Entwickler einen breiteren Ansatz. Unternehmen wie die Google-Schwester Waymo nutzen zusätzlich Technologien wie Laser-Radare, um die Umgebung präziser zu erfassen. Diese Systeme gelten als robuster bei schwierigen Sichtverhältnissen, sind jedoch kostenintensiver.
Im Zentrum der Untersuchung steht Teslas System „Full Self-Driving“ (FSD). Trotz seines Namens handelt es sich bislang lediglich um ein Fahrassistenzsystem, bei dem die Fahrer jederzeit die Kontrolle behalten müssen. Tesla unterscheidet zwischen einem „beaufsichtigten“ Modus und einer weiterentwickelten Version, die in den USA derzeit nur als Beta getestet wird und künftig vollständig autonomes Fahren ermöglichen soll. Auch in Europa bemüht sich der Konzern um die Akzeptanz und Genehmigung seiner fortschrittlichsten Selbstfahr-Technologie.
Besonders kritisch bewertet die NHTSA die Reaktionsfähigkeit des Tesla-Systems bei eingeschränkter Sicht. Nach Angaben der Behörde erkannte das FSD-System in untersuchten Unfällen nicht, wenn Kameras etwa durch Blendung oder Partikel beeinträchtigt waren. Entsprechend wurden keine Warnungen ausgegeben, sodass Fahrer nicht genügend Zeit bekommen hätten, um zu reagieren. Betroffen sind Modelle ab dem Baujahr 2016.
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