2025 markierte für Jeep in Deutschland ein Übergangsjahr mit strukturellen Veränderungen im Modellportfolio. Wie Deutschlandchef Luigi Saia im Gespräch mit Elektroauto-News.Net erklärt, sei es „eine Neuausrichtung, ein Umbruchsjahr, aber weniger nur mit Fokus auf Elektromobilität“ gewesen. Entscheidend war vor allem der Modellwechsel beim mittelgroßen SUV Compass, dem wichtigsten Volumenmodell der Marke. Da die alte Generation auslief und sich die Einführung des neuen Modells um mehrere Monate verzögerte, entstand über den Sommer hinweg eine spürbare Lücke im Angebot.
Trotz dieser Situation konnte Jeep in Deutschland das Ergebnis des Vorjahres erreichen. Ein wesentlicher Faktor war dabei das Händlernetz, das laut Saia das Volumen um 16 Prozent steigerte. Das Unternehmen setzte bewusst stärker auf seine Handelspartner und verzichtete auf zusätzliche Vertriebskanäle. Dadurch gelang es, den Übergang zwischen alter und neuer Compass-Generation zu überbrücken.
Der etwa 4,5 Meter lange Compass bleibt für Jeep strategisch zentral. Er bedient das in Deutschland größte SUV-Segment, das C-SUV-Segment, und ist daher der wichtigste Volumenträger der Marke. Entsprechend groß waren die Erwartungen an die neue Generation. Händler und Hersteller hätten „wirklich sehnsüchtig“ auf das neue Modell gewartet, nachdem die vorherige Generation in den vergangenen Jahren hohe Stückzahlen erreicht hatte, sagt Saia.
Ein Blick auf die Zulassungszahlen zeigt 2025 zwar einen Anteil von mehr als 71 Prozent alternativer Antriebe, doch reine Elektrofahrzeuge machten nur 3,8 Prozent aus und lagen damit deutlich unter dem deutschen Durchschnitt. Saia führt dies vor allem auf den Fokus des Jahres zurück: Die Priorität bei Jeep lag auf dem Übergang beim Compass. Zudem sei das Angebot für die E-Version des kleinen SUV Avenger bewusst nicht maximal aggressiv positioniert worden. „Wir wollten den E-Avenger verkaufen, aber nicht um jeden Preis“, so der Manager.
„Der Kunde steht im Mittelpunkt“
Grundsätzlich sieht Jeep seine Strategie jedoch nicht in einer Rückkehr zu Verbrennern. Die Plattformen des Stellantis-Konzerns ermöglichen laut dem Deutschlandchef eine breite Palette von Mildhybriden über Plug-in-Hybride bis vollelektrische Autos. Welche Antriebsvarianten dominieren, soll sich am Kunden orientieren. Beim neuen Compass bleibt der Antriebsmix zunächst flexibel, es gibt ihn als E-Auto, Plug-in-Hybrid und Hybrid. Bis zum Sommer will der Hersteller beobachten, wie sich der deutsche Markt entwickelt.
In der Markteinführung setzt Jeep zunächst auf bestehende Kunden, insbesondere Fahrer von Plug-in-Hybrid-Modellen. In den ersten Monaten konzentrieren sich Händler gezielt auf diese Gruppe. Sobald der neue Compass stärker im Straßenbild präsent ist, soll die Ansprache neuer Kundengruppen intensiver werden.
Parallel verändert sich das europäische Portfolio. Die Modelle Wrangler und Grand Cherokee sind in Europa nicht mehr bestellbar. Hintergrund sind vor allem regulatorische Vorgaben wie CO₂-Grenzwerte und Homologationsrichtlinien, die eine wirtschaftliche Vermarktung erschweren. Besonders bedauert Saia das Aus des Wrangler, der als Ikone und Gesicht der Marke gilt, zumal die Plug-in-Hybrid-Version in Deutschland gut verkauft worden sei.
Als neue elektrische Aushängeschilder sollen künftig weitere Modelle dienen. Noch im Laufe des Jahres will Jeep das große SUV Wagoneer S nach Europa bringen, das ausschließlich elektrisch angeboten wird. Kurz darauf soll der Recon folgen, der als eine Art kleiner Bruder des Wrangler positioniert ist und ebenfalls zunächst nur als Elektrofahrzeug kommt.
Deutschland bleibt für Jeep ein Schlüsselmarkt in Europa. Italien stellt zwar rund die Hälfte des europäischen Volumens, doch Deutschland ist seit Jahren der zweitgrößte Markt. Für 2026 hat sich das Unternehmen vorgenommen, den Marktanteil wieder von 0,4 auf 0,5 Prozent zu steigern. Beim Elektroanteil strebt Jeep 15 bis 25 Prozent an, wozu auch kommende Varianten des Compass mit größerer Batterie und Allradantrieb beitragen sollen.
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