Im Januar 2026 wurden weltweit rund 1,218 Millionen Elektrofahrzeuge (reine Batterie-Elektrofahrzeuge/BEV und Plug-in-Hybride/PHEV) ausgeliefert, berichten die Analysten von SNE Research. Das entspricht einem Rückgang von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Markt startete damit mit einem leichten Minus ins Jahr. Während China und Nordamerika deutliche Rückgänge verzeichneten, setzte Europa seinen Wachstumskurs fort und legte erneut zweistellig zu.
Langfristig bleibt der globale Markt dennoch dynamisch. Seit 2017 weist er laut der Analyse eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 34,9 Prozent auf. Gleichzeitig zeigt sich jedoch eine nachlassende Wachstumsdynamik. Dazu tragen mehrere Faktoren bei, darunter Veränderungen in der Förderpolitik, zurückgehende Subventionen und ein zunehmender Preiswettbewerb.
Der 2025 erstmals weltweit erfolgreichste Elektroauto-Hersteller BYD musste im Januar einen deutlichen Rückgang hinnehmen. Mit rund 162.000 verkauften Elektrofahrzeugen lagen die Auslieferungen 30,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Ursachen sind saisonale Nachfrageschwächen im chinesischen Markt, eine Anpassung der Lagerbestände und intensiver Preiswettbewerb. Trotz des Rückgangs verfügt das Unternehmen weiterhin über eine stabile Absatzbasis in China und versucht, Schwankungen durch ein breites Portfolio aus Plug-in-Hybriden und batterieelektrischen Modellen abzufedern. Gleichzeitig baut BYD seine Produktionsstandorte in Europa und Südostasien aus.
Auf Platz zwei folgt der Geely-Konzern mit 137.000 verkauften Elektrofahrzeugen, ein Rückgang von 11,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch hier spielen die schwächere Nachfrage im chinesischen Heimatmarkt und saisonale Faktoren eine Rolle. Der Konzern setzt weiterhin auf eine Strategie, die batterieelektrische Fahrzeuge und Hybridmodelle kombiniert und über mehrere Marken sowohl Premium- als auch Volumensegmente adressiert.
US-Hersteller Tesla verkaufte im Januar rund 71.000 Elektroautos, was einem Rückgang von 13,5 Prozent entspricht. Besonders stark brachen die Verkäufe in China ein: Dort lagen sie 45,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau. In Nordamerika (+2,9 %) und Europa (+3,6 %) blieb die Nachfrage dagegen stabil. Preisstrategien, neue Einstiegsversionen und eine hohe Markentreue gelten als wichtige Faktoren für diese Stabilität.
Der südkoreanische Hyundai-Konzern verzeichnete ein moderates Wachstum. Mit 39.000 verkauften Elektrofahrzeugen lagen die Verkäufe 5,0 Prozent über dem Vorjahr. Während Europa um 7,3 Prozent wuchs und Asien ohne China sogar um 234,4 Prozent zulegte, brachen die Verkäufe in Nordamerika um 38,1 Prozent ein. Dort wirkten sich Veränderungen bei Förderprogrammen, Lageranpassungen und Modellwechsel aus.
Europa im Januar stabilster Wachstumsmarkt
Regional zeigt sich ein deutlich gespaltenes Bild. Europa blieb im Januar der stabilste Wachstumsmarkt. Strenge CO₂-Regeln und Flottenemissionsziele treiben weiterhin die Elektrifizierung an. Gleichzeitig kommen neue Modelle aus dem Kompakt- und Mittelklassesegment auf den Markt, die preislich wettbewerbsfähiger sind und dadurch mehr Käufer erreichen.
China hingegen befindet sich in einer Phase der Anpassung. Die bisherige Steuerbefreiung für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben wurde durch ein System mit reduzierten Steuersätzen ersetzt. Diese schrittweise Kürzung der Steuervergünstigungen führte bereits 2025 zu vorgezogenen Käufen. Der Markt muss sich nun stärker ohne staatliche Unterstützung behaupten. Zugleich nähert sich der chinesische Markt einer Reifephase. In großen Metropolen ist die Marktdurchdringung bereits hoch, wodurch Ersatzkäufe wichtiger werden als Erstkäufe. Anhaltende Preiskämpfe und aggressive Rabattaktionen setzen die Hersteller zusätzlich unter Druck. Besonders im mittleren und unteren Preissegment gibt es Sorgen über ein Überangebot, was eine stärkere Marktkonsolidierung begünstigen könnte.
In Nordamerika zeigt sich ebenfalls eine deutliche Abschwächung. Nach dem Auslaufen der bundesweiten Steueranreize für Elektroautos Ende September 2025 stiegen die Preise für Verbraucher, was die Nachfrage bremste. Gleichzeitig verschieben viele Hersteller ihre Strategien und setzen verstärkt auf Hybridfahrzeuge und E-Modelle mit Verbrenner als Stromgenerator an Bord.
In anderen asiatischen Märkten wächst die Elektromobilität zwar weiter, doch die politischen Rahmenbedingungen verändern sich. Förderprogramme werden zunehmend an lokale Produktion und Lieferketten gebunden. Länder wie Thailand und Indonesien knüpfen Anreize stärker an lokale Wertschöpfung, wodurch sich der Wettbewerb auf Hersteller konzentriert, die Produktionskapazitäten vor Ort aufbauen.
Insgesamt interpretiert die Analyse den Rückgang zum Jahresbeginn als temporäre Anpassungsphase. Der Markt wächst demnach weiterhin langfristig, entfernt sich jedoch von der Phase des besonders schnellen Wachstums, die stark durch staatliche Förderprogramme geprägt war. Künftig dürften vor allem politische Anpassungsfähigkeit, stabile Lieferketten, Kostenvorteile und die richtige Mischung der Antriebstechnologien über den Erfolg der Hersteller entscheiden.
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