Bei der Betriebsratswahl in Teslas deutscher Fabrik in Brandenburg hat die IG Metall die Mehrheit verfehlt. Die IG Metall-Liste „Tesla Workers GFBB“ sei zweitstärkste Kraft bei der Abstimmung geworden, teilte die Gewerkschaft mit. IG-Metall-Chefin Christiane Benner sprach von einem respektablen Ergebnis nach einem „harten und von Arbeitgeberseite schmutzig geführten Wahlkampf“.
„Die Widerstände, Anfeindungen und impliziten Drohungen der Arbeitgeberseite, die diesen Wahlkampf geprägt haben, müssen uns allen eine Warnung sein, wie sehr Gewerkschaftsarbeit unter Druck gesetzt wird“, sagte Benner. Sie sei überzeugt, dass sich die IG-Metall-Liste auch unter widrigen Umständen mit all ihrer Kraft für die Beschäftigten vor Ort und bessere, fairere Arbeitsbedingungen einsetzen werde.
Sieger der Abstimmung wurde laut Angaben von Tesla die Liste „Giga United“ der aktuellen Betriebsratschefin Michaela Schmitz. Das einzige Werk des Elektroauto-Konzerns in Europa in der Gemeinde Grünheide bei Berlin hat etwa 10.700 Beschäftigte. Insgesamt 550 Kandidaten standen auf elf Listen zur Betriebsratswahl. Die Wahlbeteiligung lag Tesla zufolge bei 90 Prozent.
Die IG Metall schnitt schlechter ab als bei der vorherigen Abstimmung im Jahr 2024. Damals stellte die Gewerkschaft noch die größte Gruppe, die Mehrheit der Stimmen ging jedoch an gewerkschaftsfreie Kandidaten. Jetzt kommt die IG Metall auf 13 der 37 Mitglieder im Betriebsrat.
Immer wieder habe das Tesla-Management versucht, die Abstimmung zu beeinflussen, sagte Jan Otto, Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen. „Dafür nutzte es alle Mittel und alle Kanäle von Betriebsversammlungen, Einzelgesprächen mit Vorgesetzten bis hin zum Werksradio auf den Toiletten.“ Gegipfelt habe es in der Drohung der Geschäftsführung und von Konzernchef Elon Musk, bei einem Wahlsieg der IG Metall die Investitionen einzustellen. „Nie zuvor habe ich als Gewerkschafter ein Management erlebt, das mit all seiner Macht derart eine Betriebsratswahl zu beeinflussen drohte.“
Der Streit eskalierte im letzten Monat, als Tesla einem Gewerkschaftssekretär vorwarf, eine Betriebsratssitzung mitgeschnitten zu haben, und Anzeige erstattete. Die IG Metall zeigte ihrerseits Werksleiter Andre Thierig wegen übler Nachrede an. Später legten beide Seiten ihren Streit mit einem gerichtlichen Vergleich bei.
Automobile Magazine-Germany


























