Das Institut für Kraftfahrzeuge (ika) und der Lehrstuhl „Production Engineering of E-Mobility Components“ (PEM) der RWTH Aachen haben im beendeten Forschungsprojekt „BEV Goes eHighway – BEE“ gemeinsam ein Nachrüstkonzept für elektrische Serien-Lkw entwickelt. Dabei wurden zwei batteriebetriebene Modelle in Zusammenarbeit mit dem Fahrzeughersteller DAF Trucks um ein neu entwickeltes Pantographensystem erweitert.
Das im realen Straßenverkehr erprobte System erlaubt es, die Fahrzeugbatterie während der Fahrt an einer Oberleitung aufzuladen, was eine Reduzierung der Batteriegröße und eine Steigerung der betrieblichen Flexibilität ermöglichen soll. „Dynamisches Laden während der Fahrt ist ein wichtiger Baustein im Technologie-Mix, um den Güterverkehr ökologisch und ökonomisch nachhaltig zu dekarbonisieren“, sagt ika-Leiter Lutz Eckstein.
Ziel des BEE-Projekts war es, neben einer wirtschaftlichen Nachrüstlösung für Pantographensysteme auch die vorhandenen Schnittstellen für eine einfache Integration in serienmäßige Elektro-Lkw verschiedener Hersteller zu analysieren und daraus einen Normvorschlag für notwendige Anpassungen abzuleiten.
„Die Stromversorgung der Batterie mittels Oberleitung kann dabei helfen, das stationäre Laden und die damit verbundenen Lieferzeiten zu reduzieren“, erklärt PEM-Leiter Achim Kampker. Das Projekt hatte darüber hinaus Einsparpotenziale mit Blick auf die Batteriegröße, den Einfluss auf das Alterungsverhalten der Batterien sowie die Gesamtkosten des Nachrüstsystems im Rahmen einer „Total Cost of Ownership“-Analyse untersucht.
Nach der Entwicklung, dem Aufbau und der Integration des Nachrüstkonzepts in die Lkw-Prototypen „Maja“ und „Willi“ im Sommer 2024 wurde das System in beiden Fahrzeugen entsprechend der gesetzlichen Bestimmungen homologiert. Nach dem Erhalt der offiziellen Straßenzulassung absolvierten die beiden Lkw Testfahrten im Rahmen der Feldversuche ELISA, FESH und eWayBW, um die Einsatztauglichkeit des Systems im öffentlichen Straßenverkehr nachzuweisen. Zusammengenommen legten die beiden Fahrzeuge dabei mehr als 10.000 Testkilometer zurück.
Das Forschungsvorhaben wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert und vom Projektträger „VDI/VDE Innovation + Technik“ betreut.
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