BYD hat die zweite Generation seiner „Blade“-Batterie vorgestellt, die insbesondere sehr hohe Ladeleistungen ermöglichen soll. Bei der Premiere hat der chinesische Stromer- und Batteriehersteller auch die passenden „Flash Charger“ präsentiert.
Bei der 2020 vorgestellten Blade-Battery handelt es sich um eine von BYD entwickelte und produzierte Batteriezelle mit Lithium-Eisenphosphat-Technologie (LFP). Die prismatischen Zellen sollen mit ihrer Länge optisch an die Klinge eines Schwerts erinnern. Die Akkus sind laut dem Hersteller robust, günstig, bieten für LFP-Batterien eine gute Speicherkapazität und lassen sich in Elektrofahrzeugen vom Kleinwagen bis zu großen Bussen einsetzen.
Die erste Generation der Blade-Zellen war in den Batteriepacks quer zur Fahrtrichtung untergebracht, nach dem „Cell-to-Pack“- oder „Cell-to-Body“-Konzept. Bei der zweiten Generation sind die Zellen laut von BYD veröffentlichten Grafiken längs verbaut – optisch in sechs Gruppen getrennt, jedoch nicht gesondert in Module verbaut.
Die Energiedichte ist den Angaben zufolge auf Zellebene über fünf Prozent höher als bisher. Die Kapazität soll zudem länger gehalten werden, BYD gewährt eine lebenslange Garantie auf diese Batteriezellen. Die Sicherheit soll mindestens auf dem Niveau der bisherigen Blade-Akkus liegen. Nach über 500 Schnellladezyklen sollen die Energiespeicher einen Nagelpenetrationstest während eines laufenden Ladevorgangs bestehen, ohne dass Rauch oder Flammen sichtbar werden. Auch den gleichzeitigen Kurzschluss von vier Zellen soll ein Akkupaket ohne Schaden überstehen, genauso den Stoßtest mit der zehnfachen Kraft der neuen chinesischen Normen.
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BYD will den neuen Akku in mehreren Elektroautos auf den Markt bringen. Für den Z9 GT der Edelmarke Denza nennt das Unternehmen 1036 Kilometer Reichweite nach dem eher unrealistischen China-Fahrzyklus CLTC. Das Modell soll in fünf Minuten von 10 auf 70 Prozent geladen werden können. Ein nahezu kompletter Ladevorgang von 10 auf 97 Prozent soll in neun Minuten erledigt werden können. Laut BYD-Chef Wang Chuanfu ist das Ende des Ladevorgangs bei 97 Prozent eine Energiesparmaßnahme. Die verbleibenden drei Prozent reserviere man für die Bremsenergierückgewinnung, was den Gesamtenergieverbrauch des Fahrzeugs reduziere.
Besonders schnelles Laden auch bei Kälte
LFP-Zellen sind zwar robust und günstig, weisen bisher aber eine stark reduzierte Leistungsfähigkeit bei Kälte auf. BYD will das mit der neuen Generation beseitigt haben: Nachdem die Akkus testweise für 24 Stunden bei -30 Grad gelagert wurden, habe ein Ladevorgang von nun 20 auf 97 Prozent nur zwölf Minuten gedauert.
Um die kurzen Ladezeiten der neuen Akkus zu erreichen, ist spezielle Technik nötig. Dazu hat BYD die zweite Generation der „Flash Charger“ entwickelt. Beim Bewegen der von oben herabhängenden Kabel der T-förmigen Ladestationen hilft ein Schienensystem. Die Flash Charger nutzen eigene Energiespeicher, um kurzzeitig die hohen Ladeleistungen bieten zu können und das Netz zu schonen. Die Installation der Schnelllader soll dabei „so einfach wie die einer Klimaanlage“ sein.
Sowohl der Denza Z9 GT sowie andere Elektroautos von BYD und seiner Marken als auch die Flash-Charger-Stromtankstellen sollen auch nach Deutschland kommen. Einen konkreten Zeitplan gibt es dafür bisher aber nicht. Ebenfalls abzuwarten bleibt, wie viel Reichweite mit der neuen Blade-Batterie von BYD nach der praxisnäheren europäischen WLTP-Norm möglich sein wird.
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