Die Europäische Kommission prüft die Einführung von Zöllen auf in China gebaute Hybridfahrzeuge. Das bestätigte ein Beamter aus dem Büro von EU-Industriekommissar Stéphane Séjourné dem Portal Euractiv. Der Vorstoß befindet sich noch in der internen Beratung der EU-Exekutive.
Konkret würden damit die bereits seit Ende 2024 geltenden EU-Abgaben von bis zu 35,3 Prozent auf in China produzierte reine Elektrofahrzeuge auch auf Autos mit Verbrennungsmotor und batteriegestütztem Elektroantrieb ausgeweitet. Nach Auffassung der EU-Kommission sollen diese Zölle unfaire Subventionen Chinas für die eigenen Autohersteller ausgleichen.
Die bestehenden Zölle auf rein elektrische Autos der Volksrepublik haben in Peking für Verärgerung gesorgt und die ohnehin bereits angespannten Beziehungen zwischen der EU und China weiter belastet. Das asiatische Land ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt und der größte Automarkt.
Innerhalb der EU sind die Positionen gespalten: Frankreich unterstützt die im Oktober 2024 eingeführten zusätzlichen Zölle auf Vollstromer aus China. Deutschland lehnt sie hingegen ab, da deutsche Automobilhersteller stark vom chinesischen Markt abhängen, zugleich aber unter zunehmendem Wettbewerbsdruck chinesischer Hersteller stehen.
Nach Angaben des Beamten hat der französische Kommissar Séjourné, einer der sechs Vizepräsidenten der Kommission, das Thema Hybridfahrzeuge aus China-Produktion mehrfach eingebracht. „Die Frage der chinesischen Hybridfahrzeuge“ sei bei vielen Gelegenheiten angesprochen worden. Aus dem Umfeld des Kommissars heißt es, man stelle infrage, „warum das, was für Elektrofahrzeuge gilt, nicht auch für Hybridfahrzeuge gilt“. Bei letzteren benötigten europäische Wettbewerber denselben Schutz und gleiche Wettbewerbsbedingungen.
Hintergrund der Debatte ist der Anstieg chinesischer Hybridfahrzeug-Exporte in die EU, deren Absatz im vergangenen Jahr dem Bericht zufolge um 155 Prozent wuchs. Die Exporte chinesischer Elektroautos legten im gleichen Zeitraum lediglich um 12 Prozent zu. Die EU wirft der Regierung Chinas vor, ihre Elektroautobauer umfangreich zu subventionieren und ihnen damit einen unfairen Wettbewerbsvorteil beim Export zu verschaffen.
Bei den Strafzöllen für reine Batterieautos scheint es inzwischen eine Einigung zwischen der EU und China zu geben: Die Kommission hat Leitlinien für chinesische Stromer-Hersteller zu sogenannten Preisverpflichtungsangeboten herausgegeben. Diese könnten es Exporteuren ermöglichen, die Zölle zu umgehen, wenn Fahrzeuge in der EU zu einem festgelegten Mindestpreis verkauft werden. Trotz Zustimmung aus China betonte Brüssel laut Euractiv, dass dies nicht das Ende der Elektroauto-Zölle bedeute.
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