Der europäische Autoriese Stellantis hat für das Geschäftsjahr 2025 einen massiven Nettoverlust von 22,3 Milliarden Euro gemeldet. Der Konzern richtet sich angesichts der aktuellen Entwicklung und den Erwartungen für die nächsten Jahren neu aus. Das führte zu einmaligen Sonderbelastungen in einer Gesamthöhe von 25,4 Milliarden Euro.
Stellantis-Chef Antonio Filosa sprach in einer Mitteilung von „Lücken der Vergangenheit“. Filosa steht seit Juni 2025 an der Spitze des Unternehmens, das bekannte Automarken wie Citroën, Peugeot, Opel, Fiat oder Chrysler vereint. Zuvor war von 2021 bis 2024 Carlos Tavares der CEO von Stellantis, der aufgrund von Gewinneinbrüchen und verfehlter Absatzzahlen gehen musste.
Umfassender strategischer „Reset“
„Unsere Ergebnisse für das Gesamtjahr 2025 spiegeln die Kosten wider, die durch die Überschätzung des Tempos der Energiewende und die Notwendigkeit entstanden sind, unser Geschäft neu auszurichten, um unseren Kunden die freie Wahl aus der gesamten Palette an Elektro-, Hybrid- und Verbrennungsmotortechnologien zu ermöglichen“, sagte nun Filosa.
Das Jahr 2025 war für Stellantis durch eine deutliche Verschlechterung der Profitabilität im Vergleich zum Vorjahr geprägt. Die Nettoumsatzerlöse beliefen sich auf 153,5 Milliarden Euro, ein Rückgang von zwei Prozent gegenüber 2024 (156,9 Mrd. Euro). Dieser Rückgang wurde laut der Automobilwoche primär durch ungünstige Wechselkurseffekte und Preisrückgänge im ersten Halbjahr verursacht.
Während der Konzern 2024 noch einen Nettogewinn von 5,5 Milliarden Euro erreichte, schloss Stellantis 2025 mit einem Nettoverlust von 22,3 Milliarden Euro ab. Das bereinigte operative Ergebnis war nach einem Gewinn von 8,6 Milliarden Euro im Vorjahr 2025 ein Verlust von 842 Millionen Euro. Die entsprechende Marge sank von +5,5 auf -0,5 Prozent. Der Cashflow aus dem operativen Geschäft war mit -4,65 Milliarden Euro negativ, verglichen mit einem positiven Cashflow von 1,53 Milliarden Euro im Vorjahr (nach IFRS).
Zurück zur „Freiheit der Wahl“
Die außerordentlichen Belastungen resultieren der Automobilwoche zufolge primär aus der Abkehr der auf Elektroautos fokussierten Produktplanung. Filosa und sein Team räumten ein, das Tempo der Energiewende überschätzt zu haben. Nun passe das Management die E-Strategie und die damit verknüpften Lieferketten an die tatsächliche Kundennachfrage an. In einer Finanzmitteilung schreibt das Unternehmen von einer Rückkehr zur „Freedom of Choice“ (Freiheit der Wahl). Schon zuvor hatte der Konzern anders als etwa Volkswagen sich nicht auf reine E-Auto-Architekturen konzentriert, sondern auf flexible „Multi-Energy-Plattformen“ gesetzt.
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte Stellantis seine Prognose und erwartet eine schrittweise Verbesserung der Finanzkennzahlen. Der Umsatz soll im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen. Bei der Umsatzmarge peilt man eine bereinigte operative Marge im niedrigen einstelligen Bereich an. Eine Dividende soll es zur Sicherung der Bilanzstärke nicht geben. Um die Liquidität zu stützen, plant der Konzern die Emission von Hybridanleihen im Wert von bis zu fünf Milliarden Euro. 2027 soll dann wieder ein positiver freier Cashflow erwirtschaftet werden.
Filosa sieht den Konzern unter seiner Führung bereits auf einem besseren Weg: „In der zweiten Jahreshälfte konnten wir erste positive Anzeichen für Fortschritte erkennen, darunter erste Ergebnisse unserer Bemühungen um Qualitätsverbesserungen, die erfolgreiche Einführung unserer neuen Produktpalette und eine Rückkehr zum Umsatzwachstum.“
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