Bei einem Designtalk in Rüsselsheim haben Stellantis-Chefdesigner Gilles Vidal und Opel-Chefdesigner Mark Adams ihre Leitlinien für die Zukunft der Konzernmarken skizziert. Davon berichtet das Portal Edison.
Vidal, der im Juli 2025 nach fünf Jahren bei Renault zu Stellantis zurückkehrte und nun als „Head of Design“ die kreative Ausrichtung aller zwölf Pkw-Marken verantwortet, formulierte die Mission: „Wir müssen den Ausdruck und die Intensität jeder Marke in dieser Welt anpassen“. Ziel sei es, die jeweiligen Werte so spezifisch und konsequent herauszuarbeiten, dass die Identität für Kunden unmittelbar erkennbar werde.
Die Transformation zur Elektromobilität eröffnet aus Vidals Sicht große gestalterische Chancen. Neue Plattformen für reine Stromer ermöglichten bessere Proportionen und mehr Freiheit im Entwurf. „Wenn wir Autos entwerfen, die stärker auf Elektrifizierung ausgerichtet sind, sehen die Proportionen sofort besser aus, weil man mehr Freiheit hat“, so der Manager. Gleichzeitig warnte er davor, diese Freiheit zu überdehnen. Wer zwanghaft extrem futuristisch auftrete, riskiere die Akzeptanz am Markt.
Auch Mark Adams mahnte zur Balance. Kundenbefragungen hätten ein pragmatisches Bild ergeben: Käufer wollten in erster Linie ein attraktives Auto – unabhängig vom Antrieb. „Die Leute sagten: ‚Nein, ich will einfach ein toll aussehendes Auto, und ich mag dieses Auto sehr. Wenn es elektrisch ist, großartig’“, erklärte der Opel-Chefdesigner. Gesucht seien keine „flippigen, völlig futuristischen Dinge“, sondern Fahrzeuge, die verständlich blieben und nicht allein wegen eines Elektromotors mit radikalen Proportionen provozierten.
Opel setzt zur Bewältigung dieses Spagats auf seine deutschen Wurzeln. Adams verfolgt eine Design-Philosophie der „Purity“ (Reinheit), die fortschrittliche Linien mit einer zeitlosen, reduzierten Formensprache verbindet – in der Tradition deutscher Industriedesign-Ikonen wie Dieter Rams. Elemente wie die geglättete „Vizor“-Front und das „Pure Panel“-Cockpit des facegelifteten Astra gelten als Annäherung an dieses Ideal. Mit dem kommenden Corsa, der gegen Jahresende erwartet wird, soll die nächste Entwicklungsstufe folgen.
Parallel wandelt sich auch das Interieur. Laut Vidal kehrt die Farbe ins Auto zurück. Während bis 2020 „Schwarz, Grau und Weiß alle Farben getötet“ hätten, öffne sich die Gesellschaft wieder stärker für Farbigkeit und Lebensfreude. Der Markt sei bereit für farbenfrohere Angebote, die auch in großen Stückzahlen erfolgreich sein könnten.
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