ZF stellt strategische Weichen fr die Zukunft seiner Pkw-Antriebssparte: Der deutsche Zulieferer fertigt Schlsselkomponenten fr die E-Mobilitt E-Motor und Inverter (Wechselrichter) auch knftig selbst und kauft sie nicht extern zu. Der Vorstand des Konzerns aus Friedrichshafen hat damit eine entsprechende Empfehlung besttigt, die aus der im Rahmen des Bndnisses zur Restrukturierung der Division Elektrifizierte Antriebstechnologien (E) durchgefhrten Sonderprfung zum Aspekt Make or Buy hervorgegangen ist.
Aufgrund der zgerlichen Nachfrage nach E-Autos war die Pkw-Antriebssparte von ZF in die Verlustzone gerutscht und wird aktuell restrukturiert. Um die Wettbewerbsfhigkeit der intern E-Division genannten Sparte wiederherzustellen, sind laut dem Management deutliche Einschnitte ntig dafr bleibt mit Fertigung von E-Motor und Inverter das Know-how im Konzern erhalten.
E-Motoren und Inverter seien Schlsselkomponenten fr die Elektromobilitt und damit zentral fr die strategische Ausrichtung von ZF, erklrt das Unternehmen. Vor dem Hintergrund eines anhaltend hohen Kosten- und Innovationsdrucks sowie volatiler globaler Lieferketten hatte ZF gemeinsam mit der Arbeitnehmerseite geprft, ob eine Eigenfertigung langfristig wettbewerbsfhig bleibt oder ein externer Zukauf wirtschaftlicher wre.
Die Sonderprfung war den Angaben zufolge breit angelegt: Neben wirtschaftlichen und finanziellen Kriterien flossen auch strategische Aspekte wie technologische Souvernitt, Know-how-Sicherung, Lieferkettenstabilitt sowie geopolitische Risiken in die Bewertung ein. Die Analysen wurden in einem parittisch besetzten Bewertungsausschuss intensiv diskutiert. Auf dieser Basis sprach die parittische Kommission aus Arbeitgeber und Arbeitnehmervertretern eine klare Empfehlung fr Make aus, die der Vorstand nun besttigt hat, heit es.
Klare Entscheidung fr Eigenfertigung
Die Entscheidung fr die Produktion der E-Antriebs-Kernkomponenten Motor und Wechselrichter haben wir im Schulterschluss mit unserer Arbeitnehmervertretung getroffen, berichtet ZF-Vorstandsvorsitzender Mathias Miedreich. Das passt zu unserer mitarbeiterorientierten Unternehmenskultur, verlangt aber zwingend deutlich verbesserte Kostenstrukturen, um mit unseren E-Antrieben wieder in die wirtschaftliche Erfolgsspur zu kommen und Beschftigung langfristig zu sichern.
Das Ergebnis der Sonderprfung ist fr uns und die Beschftigten in Deutschland ein groer Erfolg. Eines drfen wir nicht vergessen: Im vergangenen Sommer standen beide Produkte auf ,Buy, was einen gewaltigen Arbeitsplatzabbau und den Verlust von Kompetenz bedeutet htte, so Gesamtbetriebsratsvorsitzender Achim Dietrich. Mit dem Bndnis E-Division und einer starken, solidarischen Belegschaft im Rcken haben wir es geschafft, dass diese Entscheidung noch einmal berprft und gendert wird.
Die Entscheidung fr Make ist auch ein klares Bekenntnis zur elektrischen Zukunft von ZF, unterstreicht Divisionsleiter Sebastian Schmitt. Wir investieren damit gezielt in unsere eigene Kompetenz und sichern die technologischen Schlssel fr kommende Antriebsgenerationen. Zur Wahrheit gehrt aber auch: Die bestehende Kostenlcke mssen wir schlieen, um auf dem Weltmarkt zu bestehen.
Ausschlaggebend fr die Entscheidung waren laut ZF unter anderem die Sicherung wichtigen Know-hows, eine geringere Abhngigkeit von externen Lieferanten bei Schlsseltechnologien, die enge Verzahnung von Entwicklung und Produktion sowie eine bessere Gesamtwirtschaftlichkeit ber den gesamten Produktlebenszyklus hinweg.
Sprbare Fortschritte bei Kosten weitere Schritte notwendig
In den vergangenen Monaten haben die beteiligten Teams den Angaben zufolge bereits sprbare Kostenverbesserungen erzielt unter anderem durch konsequenten Kostenfokus in der Entwicklung, die Reduktion von Varianten und Komplexitt, hhere Automatisierung, die Verlagerung auf hochmoderne Fertigungslinien sowie intensive Lieferantenverhandlungen.
Trotz dieser Fortschritte bestehe weiterhin eine Lcke zu den angestrebten Zielkosten. Um vollstndig wettbewerbsfhig zu werden, seien zustzliche strukturelle Manahmen notwendig, einschlielich einer Anpassung der Personalkapazitten. Diese Anpassungen sollen, wo immer mglich, sozialvertrglich erfolgen, so das ZF-Management. Ziel bleibt, Personalberhnge vorrangig ber natrliche Fluktuation, freiwillige Programme, Altersteilzeit, konzerninterne Vermittlungen, Transfergesellschaften sowie das Auslaufen befristeter Beschftigungen abzubauen. Betriebsbedingte Kndigungen sollen weiterhin vermieden werden, knnen aber angesichts des herausfordernden Marktumfelds nicht vollstndig ausgeschlossen werden.
Die Entscheidung zur Eigenfertigung sei ein wichtiger Baustein der laufenden Restrukturierung der Division E und Teil eines umfassenden Manahmenprogramms, erklrt der Zulieferer abschlieend. Dieses verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz mit dem Ziel wirtschaftlicher Stabilitt, wettbewerbsfhiger Produkte und Technologien sowie klarer Verantwortlichkeiten in der Organisation.
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2026-05-26 20:01:00






















