Der europäische Automobilkonzern Stellantis hat im zurückliegenden Jahr wegen kostspieliger Umbauten bei der Elektro-Stratege große Verluste verbucht und will keine Dividende zahlen. Zu dem Unternehmen gehören bekannte Marken wie Citroën, Fiat, Opel, Peugeot und Chrysler.
Die Kosten für die strategischen Änderungen gehen mit einer Abschreibung von fast 22 Milliarden Euro einher, wie das Unternehmen mitteilte. Die Aktien des französisch-italienischen Autobauers waren kurz nach der Bekanntgabe um ein Viertel eingebrochen – der größte Tagesverlust in der Geschichte des Unternehmens.
Der Konzern reagiert mit einer gebremsten Elektrifizierung auf die von US-Präsident Donald Trump gestrichene Elektroauto-Förderung und geänderte Abgasrichtlinien. Knapp 15 Milliarden Euro von den 22 Milliarden Euro gehen auf die Umkehr bei Elektroautos auf dem wichtigen US-Markt zurück.
Die Abschreibungen seien auch eine Folge davon, dass der Konzern das Tempo für den Übergang von Benzin- und Diesel- zu Elektroantrieben überschätzt habe, erklärte Vorstandschef Antonio Filosa. Man sei von vielen Bedürfnissen und Wünschen vieler Autokäufer in der realen Welt entfernt gewesen.
Ursprünglich wollte Stellantis bis 2030 in Europa keine Verbrenner mehr herstellen. In den USA sollte die Hälfte der Fahrzeuge mit Elektroantrieb verkauft werden. In Zukunft sollen laut Filosa die Kunden aber wieder die Wahl haben zwischen Verbrenner-, Hybrid- oder Elektro-Modellen. Man passe die Produktpalette an die Nachfrage an.
Als Teil der Neuausrichtung verkauft Stellantis etwa seine Beteiligung an einem Batteriewerk in Kanada – für den symbolischen Preis von 100 Dollar. Auch hat das Batterie-Joint-Venture ACC (Automotive Cells Company) mit TotalEnergies und Mercedes-Benz wegen der schwächelnden E-Auto-Nachfrage die Pläne für den Bau von Großfabriken in Deutschland und Italien aufgegeben.
Ursprünglich waren drei Fabriken geplant. Während das erste ACC-Werk in Frankreich bereits produziert, hatte das Konsortium die Erweiterungspläne für Deutschland und Italien angesichts der Marktlage bereits 2025 auf Eis gelegt.
Automobile Magazine-Germany


























