Renault bereitet die Einfhrung einer neuen Fahrzeugplattform vor, mit der der Konzern zu den ersten europischen Herstellern zhlen will, die sogenannte Extended-Range-Elektrofahrzeuge (EREV) in Serie bringen. Die Technik soll in den nchsten Generationen der Modelle Scenic und Rafale eingesetzt werden, berichtet Automotive News.
EREVs kombinieren einen elektrischen Antrieb mit einem kleinen Verbrennungsmotor, der ausschlielich als Stromgenerator dient und die Batterie ldt. Die Rder direkt antreiben kann der Verbrenner nicht. Solche Systeme sind zuletzt vor allem in China populr geworden und knnten sich nun auch in Europa verbreiten.
EREVs gelten als Brckenkonzept zwischen reinen Stromern und Plug-in-Hybriden. Sie sollen insbesondere Bedenken hinsichtlich Reichweite und Ladeinfrastruktur mindern. Anders als bei Plug-in-Hybriden bleibt das Fahrerlebnis rein elektrisch, da kein Wechsel zwischen Antriebsmodi erforderlich ist. Zudem sind EREVs konstruktiv einfacher, weil der Verbrennungsmotor kleiner ausfallen kann und kein aufwndiges Getriebe bentigt.
Die neue Renault-Plattform mit der Bezeichnung RGEV Medium 2.0 wurde ursprnglich als reine Elektroarchitektur entwickelt, kann jedoch optional mit einem Range-Extender-Verbrennermotor im Frontbereich ausgestattet werden. Laut Technikchef Philippe Brunet erreicht die batterieelektrische Version eine Reichweite von bis zu 750 Kilometern, whrend die EREV-Variante mit vollem Akkupack und vollem Tank bis zu 1400 Kilometer schaffen soll.
Die EREV-Ausfhrung richtet sich an Kunden, die zwar bereit sind, ihr Fahrzeug zu laden, aber noch nicht vollstndig auf ein Elektroauto umsteigen wollen. Brunet beschreibt den Nutzen gegenber Automotive News so: Die meiste Zeit knnen Sie ein echtes Elektroauto genieen, aber an dem Tag, an dem Sie 800 oder 1000 Kilometer fahren mssen, haben Sie nicht die Angst, keine Ladestation zu finden. Zugleich rumt er ein: Ich sage nicht, dass dies die ideale Lsung ist; aber fr die ngstlichsten Kunden ist das unser Angebot.
Geringere Kosten als E-Autos, weniger Emissionen als Plug-in-Hybride
Neben der greren Reichweite gegenber reinen Stromern knnten Range-Extender-Elektrofahrzeuge auch Kosten sparen, da kleinere und damit gnstigere Batterien eingesetzt werden knnen. Diese berlegung gewinnt vor dem Hintergrund steigender Batteriepreise zustzliche Bedeutung.
In Europa bietet aktuell nur der chinesische Stellantis-Partner Leapmotor ein entsprechendes Modell an. Andere Hersteller wie Volkswagen planen den Einstieg, whrend BMW die Technik einst in Europa mit dem Kleinwagen i3 pilotierte und nun Berichten zufolge wieder testet.
Konkrete technische Details zu Renaults EREV-Modellen nannte Brunet nicht, stellte jedoch CO-Emissionen von etwa 25 Gramm pro Kilometer in Aussicht. Zum Vergleich: Die Plug-in-Hybridversion des Rafale, die 2024 eingefhrt wurde, liegt bei 40 g/km.
Die kommende Generation von Scenic und Rafale soll als erste auf der neuen Plattform basieren. Diese deckt Fahrzeuglngen von 4,3 bis etwa 4,8 Metern ab und eignet sich fr verschiedene Karosserieformen wie Limousinen, SUVs oder Vans. Standardmig ist ein Hinterradantrieb vorgesehen, optional ist Allradantrieb mglich.
Parallel prft Renault offenbar den Einsatz von Technik des Joint Ventures Horse Powertrain, das gemeinsam mit Geely betrieben wird. Dort wurden verschiedene Range-Extender-Lsungen entwickelt.
Mit der neuen Plattform verfolgt Renault laut Automotive News auch das Ziel, die Kosten im Vergleich zu heutigen E-Fahrzeugen um bis zu 40 Prozent zu senken. Dies soll vor allem durch den Einsatz gnstigerer Batterietechnologien erreicht werden. Eine Festlegung auf eine bestimmte Chemie vermeidet man bewusst. Wenn man die Spezifikation der Chemie zu frh festlegt, ist man beim Markteintritt vllig veraltet, so Brunet. Das verndert sich so schnell.
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