Nissan hatte mit dem Leaf einst das meistverkaufte Elektroauto der Welt im Programm, schaffte es aber mit der zweiten Generation und auch mit dem neuen Crossover Ariya nicht, an den Erfolg anzuknüpfen. Nun wollen die Japaner mit dem jüngsten Leaf und weiteren kommenden Modellen wieder im E-Auto-Segment angreifen. Im Fokus stehen Vollstromer künftig aber nicht.
Die Automobilwoche fragte Nissans neuen Europachef Massimiliano Messina, wann die Marke in Europa zu 100 Prozent elektrisch sein werden. „Wenn ich ein Datum nenne, liege ich falsch“, sagte er. Das aktuelle Umfeld werde von der EU und der britischen Regierung bestimmt. Entscheidend sei, wie Nissan sein Portfolio zwischen Hybrid- und Elektrofahrzeugen ausbalanciert und wann diese Technologien im richtigen Tempo beschleunigen können.
Aktuell konzentriert sich der Hersteller bei Elektroautos auf den Marktstart des Leaf der dritten Generation und die Einführung zweier weiterer reiner Batterieautos. „Die Reichweite des Leaf von 622 Kilometern wird viel Reichweitenangst nehmen. Wenn man einmal elektrisch fährt, ist es sehr schwer, wieder zurückzugehen“, so Messina.
Die ersten beiden Generationen des Leaf waren von der Form her eher klassische Kompaktwagen, das neueste Modell kommt als Crossover auf die Straßen. Darüber hinaus treibt Nissan aktuell den Start des Juke in einer nur mit Batterie betriebenen Version voran, auch die Einführung eines vollelektrischen Qashqai-Modells steht bevor. Alle drei laufen im britischen Sunderland vom Band. Allein für die Produktion des neuen Leaf hat der japanische Hersteller am Standort 450 Millionen Pfund (ca. 518 Mio. Euro) investiert.
Danach gefragt, ob Sunderland mit dem neuen Leaf und dem elektrischen Juke wieder 500.000 Fahrzeuge pro Jahr bauen werde, sagte Messina: „Ich möchte zwei Millionen Fahrzeuge bauen. Aber wir müssen beobachten, wie sich der Markt entwickelt, insbesondere bei Elektrofahrzeugen.“ Das Tempo der E-Auto-Verkäufe sei deutlich niedriger als prognostiziert, daher analysiere man bei Nissan, wie sich der Markt weiterentwickeln wird. „Wenn wir das wissen, kann ich aufs Gaspedal treten und weiter expandieren und investieren.“
Ebenfalls im Fokus bei der Elektrifizierung steht für Nissan die Expansion mit der „e-Power“-Antriebstechnologie. Bei e-Power treibt stets ein Elektromotor das Auto an, während ein kleiner Benzinmotor nur als Generator zur Stromerzeugung dient. Messina sieht die Marke damit gut im Vergleich mit dem Wettbewerb aufgestellt.
„Ich möchte nicht arrogant klingen, aber wir glauben, dass unsere Autos besser sind“, so Nissans neuer Europachef. „Unsere Investitionen in den Leaf, den elektrischen Juke des nächsten Jahres und die e-Power-Hybridtechnologie geben uns die Möglichkeit, unsere Fahrzeuge besser zu bepreisen als die Konkurrenz, weil die Kunden etwas Besseres kaufen wollen.“
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