Die Werksttten sind derzeit stark ausgelastet, doch die Perspektiven bleiben laut der Automobilwoche unsicher. Vor allem im lgeschft erwarten demnach viele Betriebe knftig sinkende Einnahmen, wodurch sich eine Lcke im Geschftsmodell abzeichnet. Diese Entwicklung fllt in eine Phase grundlegender Vernderungen in der Automobilwirtschaft, die durch politische Entscheidungen auf europischer Ebene zustzlich beeinflusst werden.
Mit dem Automobilpaket setzt die Europische Kommission neue Rahmenbedingungen, die die knftige Ausrichtung der Branche prgen sollen. Die Reaktionen darauf sind gespalten, viele Details bleiben offen. Unklarheiten bestehen insbesondere beim Fahrzeugvertrieb und beim Servicegeschft, das fr die Branche eine zentrale Rolle spielt.
After-Sales-Experte Zoran Nikolic bewertet die politischen Signale zurckhaltend. Das mgliche Aus des Verbrenner-Aus bedeutet keine Kehrtwende, sondern lediglich eine Verzgerung der Entwicklung, sagte er der Automobilwoche. Aus seiner Sicht bleibt die grundstzliche Richtung unverndert, whrend zugleich die Skepsis vieler Verbraucher gegenber der Elektromobilitt anhlt.
Demgegenber uerte sich Detlef Peter Grn, Bundesinnungsmeister und Vorstandsvorsitzender des Kfz-Handwerksverbands (ZVK), deutlich optimistischer. Er geht davon aus, dass ein mgliches Aus des „Verbrenner-Verbots“ in der EU das Werkstattgeschft stabilisieren oder sogar verbessern knnte. Da Verbrennungsmotoren im Vergleich zu Elektrofahrzeugen wartungsintensiver sind, erwartet er weiterhin einen hohen Arbeitsaufwand in den Werksttten.
Ursprnglich sah die europische Regulierung vor, ab 2035 keine Fahrzeuge mit CO2-Emissionen mehr neu zuzulassen. Inzwischen wurden diese Vorgaben gelockert. Die EU hlt zwar am Ziel der Elektromobilitt fest, lsst jedoch mehr Spielraum beim Antriebsmix. Berechnungen zeigen, dass der Anteil von Elektroautos je nach Zielvorgaben und Technologien deutlich variieren kann.
Fr Werksttten ist entscheidend, welche Antriebstechnologien sich tatschlich durchsetzen. Auch alternative Konzepte wie Plug-in-Hybride oder Range-Extender-Stromer knnten eine Rolle spielen. Dadurch drfte die Verbrennertechnologie ber das Jahr 2035 hinaus relevant bleiben und weiterhin Einfluss auf das Werkstattgeschft haben.
Lukratives lgeschft verndert sich
Mit dem Fortbestand der Verbrenner bleibt auch das lgeschft erhalten allerdings nur teilweise. Es zhlt zu den wichtigsten Einnahmequellen der Betriebe, doch ein vollstndiger Ersatz fr mgliche Ausflle gilt als schwierig. Gleichzeitig geht die Branche davon aus, dass sich Vernderungen im freien Werkstattmarkt erst mit zeitlicher Verzgerung vollstndig bemerkbar machen.
Auch auf Seiten der Schmierstoffanbieter zeigen sich zunchst stabile Erwartungen. Fr die kommenden 15 bis 20 Jahre wird in der DACH-Region mit konstanten Umstzen gerechnet, so die Automobilwoche. Gleichzeitig gewinnt das Auslandsgeschft an Bedeutung. Dennoch befindet sich der Markt im Wandel: Standardprodukte verlieren an Relevanz, whrend spezialisierte Schmierstoffe strker nachgefragt werden.
Diese Entwicklung fhrt zu steigenden Einkaufspreisen fr Werksttten. XXX Grn beschreibt, dass die Hersteller die Preise durch Zusatzstoffe deutlich erhht haben und diese Kosten nicht vollstndig an die Kunden weitergegeben werden knnen. Damit gert eine bislang besonders lukrative Einnahmequelle zunehmend unter Druck.
Trotz sinkender Margen bleibt das lgeschft weiterhin profitabel, wenn auch auf niedrigerem Niveau. Gleichzeitig entstehen im klassischen Geschft neue Lcken. Da Werkstatt- und Ersatzteilgeschft den Groteil der Ertrge ausmachen, sind Betriebe gezwungen, neue Einnahmequellen zu erschlieen.
Als mgliche Zukunftsfelder nennt Nikolic unter anderem Diagnostik, Assistenzsysteme und softwarebasierte Dienstleistungen. Ob diese Bereiche ausreichen, um wegfallende Einnahmen zu kompensieren, bleibt offen. Parallel dazu setzen Branchenvertreter auf zustzliche Angebote wie Wartung und Reinigung von Klimaanlagen, um neue Geschftsfelder zu erschlieen.
Gleichzeitig zeigt sich ein verndertes Verhalten der Kunden. Die Zahl der Wartungen pro Fahrzeug ist gesunken, whrend die Kosten pro Wartung gestiegen sind. Dennoch bleibt die Nachfrage nach Werkstattleistungen hoch, gesttzt durch einen wachsenden Fahrzeugbestand und ein steigendes Durchschnittsalter der Pkw.
Die Auslastung der Werksttten liegt bereits heute auf hohem Niveau und wird nach Einschtzung von Branchenvertretern weiter steigen. Als ein Grund gilt die sinkende Zahl an Betrieben, da viele Werksttten keinen Nachfolger finden. Trotz der strukturellen Vernderungen werden die Aussichten fr die Branche insgesamt weiterhin als positiv eingeschtzt.
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