Ford rechtfertigt den Rückzug aus Teilen seiner Elektroauto-Strategie mit den veränderten Marktbedingungen. Der Kurswechsel geht mit einer Belastung von nahezu 20 Milliarden Dollar (17,1 Mrd. Euro) für das Ergebnis einher und markiert das Ende des Elektro-Pick-up-Trucks F-150 Lightning in seiner jetzigen Form. Zudem wird der Fokus bei der E-Mobilität weg von großen, kostspieligen E-Autos hin zu günstigeren Strom-Modellen sowie Hybriden forciert.
Auf der Detroit Auto Show erklärte Vorstandsvorsitzender Bill Ford laut Automotive News, der Abschreibungsbedarf sei eine Anerkennung der Realität gewesen. „Niemand nimmt so eine Abschreibung gern hin“, sagte er. Die Erwartungen an einen raschen Durchbruch der Elektromobilität hätten sich branchenweit nicht erfüllt. Bereits im Dezember hatte Ford angekündigt, geplante Modelle zu streichen und den US-Markt wieder stärker auf Hybrid- und Benzinfahrzeuge auszurichten.
Der US-Traditionskonzern gehörte zu den frühen Vorreitern bei Elektrofahrzeugen, insbesondere mit der vollelektrischen Variante des Pick-up-Bestsellers F-150. Doch das nur mit Strom betriebene Modell wird eingestellt, künftig bietet Ford neben den Verbrennerversionen eine sogenannte Range-Extender-Variante an, bei der ein Verbrennungsmotor als Stromgenerator für den E-Motor mehr Reichweite ermöglicht.
Konzernchef Jim Farley betonte, dass Ford sich nicht von Elektroautos verabschiede, sondern den Fokus verschiebe. „Wir machen bei E-Autos keinen Rückschritt“, erklärte er. „Wir beschleunigen tatsächlich die Anzahl der Elektrofahrzeuge, die wir auf den Markt bringen. Wir werden nur weniger aktiv ein, als wir geplant hatten. … Als Vorreiter im Bereich Elektrofahrzeuge und als Hersteller mit einem vollständigen Produktangebot haben wir viel gelernt; wir haben viel darüber gelernt, wo wir unser Kapital einsetzen müssen.“
Vorstandsvorsitzender Bill Ford verwies zudem auf ein neues, preisgünstigeres Elektro-Projekt: Ein mittelgroßer Batterie-Pick-up für rund 30.000 Dollar vor Steuern (25.700 Euro) soll 2027 in den USA und später auch in anderen Ländern starten. Für dieses und folgende erschwinglichere Modelle hat Ford eine neue E-Auto-Plattform und ein dazugehöriges Fertigungssystem entwickelt.
Ein zentrales Problem vieler E-Autos sei ihre mangelnde Bezahlbarkeit gewesen, so Bill Ford. Elektrofahrzeuge sollen künftig bei Ford Teil eines breiten Antriebsmixes bleiben, neben weiteren elektrischen und konventionellen Varianten.
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