Der chinesische Stromer-Riese BYD will endlich in Europa, vor allem auch in Deutschland, Erfolge feiern. Dazu setzt der im letzten Jahr erstmals weltweit erfolgreichste Verkäufer von Elektroautos verstärkt auf Rabatte, mehr Plug-in-Hybride und besonders schnelle Ladestationen.
Lars Bialkowski, der Deutschland-Chef des chinesischen Konzerns, sieht das erste Quartal dieses Jahres als entscheidend an. „Ich bin davon überzeugt, dass Q1 ein sehr wettbewerbsintensives Umfeld entstehen wird durch die neue E-Auto-Prämie“, prognostiziert der Manager im Gespräch mit dem Portal Edison. In diesem Jahr gewährt der deutsche Staat unter bestimmten Voraussetzungen wieder Zuschüsse für den E-Auto-Kauf, bis zu 6000 Euro.
BYD schafft zusätzliche Kaufanreize: Für das neueste Modell, den Plug-in-Hybrid Atto 2 DM-i, gewährt der Hersteller einen hohen Nachlass von 11.500 Euro auf den Listenpreis von rund 35.000 Euro. „Wir glauben, dass wir mit diesem Fahrzeug richtig gut starten müssen und wollen“, so Bialkowski. Die eigene Prämie sieht er als „Social-Idee“, die sicherstellen soll, dass Kunden über das Haushaltseinkommen nicht selektiert werden.
Die Chinesen sähen sich als „Challenger im deutschen Markt“, erklärt der für den Markt verantwortliche Manager. „Eine gewisse Grundoffensive ist im Vertrieb auch immer gut, vor allem dann, wenn man von dem sehr umkämpften deutschen Markt Marktanteile gewinnen möchte“. Wichtig sei dem Unternehmen dabei auch, dass der Händler damit Geld verdient – das sei sichergestellt.
„Plug-in-Hybride sind unsere Kernkompetenz“
BYD bietet nur noch Elektroautos und Plug-in-Hybridfahrzeuge. Letztere Teilzeitstromer mit extern aufladbarer Batterie und größerer rein elektrischer Reichweite spielen angesichts der vielerorts gedämpften Nachfrage nach reinen E-Autos eine immer wichtigere Rolle. „Wir verkaufen deutlich mehr Plug-in-Hybride als viele andere. Das ist unsere Kernkompetenz“, sagt Bialkowski. Der neue Atto 2 DM-i solle hier neben dem Seal 6 DM-i Touring (der in verstärktem Umfang Taxi- und Uber-Fahrern angedient werden soll) in diesem Jahr ein „Wachstumstreiber“ sein. Und weitere Modelle mit der Antriebstechnik seien in Vorbereitung.
Zur Realisierung seiner Wachstumspläne hierzulande forciert BYD den Ausbau seines Vertriebsnetzes. In diesem Jahr sollen 350 Händler erreicht werden, damit kein Kunde mehr als 35 Kilometer zur nächsten Werkstatt fahren muss. Nachdem man sich zunächst auf die Ballungsgebiete konzentriert hat, geht es nun in die Fläche. Aktuell verfügt der Importeur in Deutschland über 150 Verkaufsstützpunkte, Ende des ersten Quartals sollen es schon 190 sein. „Wir sind schnell, sehr schnell sogar, bei der Entwicklung des Händlernetzes“, so Bialkowski. Dabei setzt der Landeschef auch auf das Flottengeschäft und Vermieter wie Sixt, um die Fahrzeuge im Straßenbild sichtbar zu machen.
Die Skepsis gegenüber einer chinesischen Marke hält Bialkowski für weitgehend überwunden: „Ich glaube, dass diese Schwelle für BYD schon überwunden ist“. Der Manager verweist darauf, dass man Tesla technologisch und auch nach Absatzzahlen global längst überholt habe. Zudem würden ab diesem Jahr auch Elektroautos in Europa produziert. Langfristig wolle BYD so als „europäischer Anbieter wahrgenommen werden“.
Neben seinen Stromern bringt der China-Konzern auch eigene Ladeinfrastruktur nach Deutschland. Im ersten Halbjahr sollen die ersten BYD-„Hypercharger“ mit einer maximalen Ladeleistung von einem Megawatt bei Händlergruppen installiert werden. Genutzt werden sollen die Ladepunkte auch von E-Autofahrern anderer Fabrikate. Um den Start des Ladesystems zu beschleunigen, könnte die Energie hier zu Beginn laut Bialkowski teilweise kostenfrei abgegeben werden. Technologisch soll vor allem die kommende Premium-Marke Denza von den neuen Säulen profitieren.
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