Die Ende 2024 aktivierten EU-Sonderzölle auf in China gebaute Elektroautos treffen auch europäische Hersteller mit Fertigung in der Volksrepublik. Dazu gehört BMWs Marke Mini, die mit der EU-Kommission laut dem Handelsblatt für zwei Modelle Mindestpreise anstelle der Zölle verhandelt.
Demnach „könnte die Europäische Kommission BMW schon bald erlauben, Elektroautos zu einem Mindestpreis aus China zu importieren“. Konkret geht es um die beiden Modelle Mini Aceman und Cooper, die in Zhangjiagang in der chinesischen Provinz Jiangsu hergestellt und von dort auch exportiert werden. Gefertigt werden sie von Spotlight Automotive, einem Joint Venture von BMW und Great Wall Motor. Bei der Einfuhr der Elektroautos in die EU fallen derzeit 20,7 Prozent Sonderzoll an, zusätzlich zum vorher schon erhobenen Basiszoll in Höhe von 10 Prozent.
Nach dem Vorbild des Cupra Tavascan aus dem Volkswagen-Konzern sollen die Sonderzölle bei den Mini-Stromern nun aber offenbar Mindestpreisen weichen. Zwei mit den Verhandlungen zwischen Kommission und Konzern vertraute Personen sagten dem Handelsblatt, dass München und Brüssel über eine Lösung mit einem Mindestimportpreis verhandeln würden. Beide Parteien befänden sich in „guten und bereits sehr weit fortgeschrittenen“ Gesprächen. Sowohl die EU als auch der Autobauer hätten Interesse an einer Lösung.
Die Europäische Kommission hat im Januar die Weichen für eine Mindestpreis-Regelung gestellt. Diese sind ein Alternativangebot für China-Hersteller zu den pauschalen Zöllen. Dafür müssen die Unternehmen sich aber nicht nur an Mindestpreise halten, sondern noch weitere Auflagen erfüllen – darunter ein festes Jahreskontingent, die Einhaltung formaler Anforderungen für alle Ausfuhren sowie weitere Selbstverpflichtungen.
Stand Mitte Februar war laut dem Portal Electrive Volkswagen mit seiner Tochter Seat und deren Marke Cupra der erste und einzige Automobilhersteller, der der EU-Kommission förmlich ein Verpflichtungsangebot vorgelegt hatte. Neben Volkswagen/Seat und BMW sind auch andere europäische Hersteller mit Werken in China von den höheren Zöllen betroffen, etwa Mercedes. Die neue Mindestpreise-Alternative gilt als Ergebnis von Verhandlungen Chinas mit der EU. Peking hat die von Brüssel als Begründung für die Strafzölle genannte übermäßige Subvention seiner E-Auto-Bauer zurückgewiesen und mit Gegenmaßnahmen gedroht.
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