Renault will nach Informationen von Insidern seine 2023 gegründete Elektroauto- und Software-Tochter Ampere auflösen. Die Aktivitäten sollen in den französischen Konzern integriert werden, um die Strukturen zu vereinfachen und Kosten zu senken. Das haben zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters erzählt.
Der neue Konzernchef François Provost würde damit eine weitere wichtige Initiative seines Vorgängers Luca de Meo begraben, der Ampere ursprünglich an die Börse bringen wollte. Der Plan soll den Gewerkschaften bereits vorgestellt worden sein und zum 1. Juli ohne Auswirkungen auf die Beschäftigung in Kraft treten. Im Dezember hatte Provost bereits das Carsharing-Geschäft von Mobilize gestoppt und die bis dahin ebenfalls eigenständige Einheit mit ihren restlichen Aktivitäten zurück in den Konzern geholt.
Renault hatte Ampere im November 2023 als erstes europäisches Unternehmen geschaffen, das sich ausschließlich mit Elektrofahrzeugen und Software beschäftigt. Rund 11.000 Mitarbeiter, davon rund 35 Prozent Ingenieure, machten das Team zum Start aus.
Den anvisierten Börsenplan von Ampere hatte der frühere Renault-Chef de Meo Anfang 2024 aufgrund zu geringer Marktbewertung abgeblasen. „Da es keinen Börsengang mehr gibt, besteht auch keine Notwendigkeit mehr für eine spezielle Einheit, weshalb Renault alles wieder zusammenführt, um die Komplexität des ursprünglichen Modells zu beseitigen“, sagte einer der Insider.
Ampere soll nun das Entwicklungszentrum für Elektrofahrzeuge und Software werden. Die drei Fabriken in Nordfrankreich und ein Motorenwerk sollen wieder in Renault eingegliedert werden.
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