Eine Analyse des Gebrauchtwagenanbieters Carvago zeigt deutliche Unterschiede im Wertverlust zwischen Elektroautos und Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Untersucht wurden zehn Modellpaare derselben Marke und eines vergleichbaren Segments, jeweils bestehend aus einem Elektroauto und einem nicht rein elektrischen Pendant. Grundlage war ein Preisvergleich nach drei Jahren auf Basis von Onlineinseraten aus Deutschland.
Das zentrale Ergebnis ist eindeutig: In allen zehn Vergleichen hat das E-Modell nach drei Jahren strker an Wert verloren. Besonders deutlich fllt die Differenz beim Hyundai Kona aus. Whrend der Kona Electric 52,3 Prozent seines Werts einbte, lag der Rckgang beim vergleichbaren Verbrenner bei 25,9 Prozent eine Differenz von 26,4 Prozentpunkten.
Auch im oberen Preissegment zeigt sich dieses Muster. Beim Mercedes-Benz EQE sank der Preis innerhalb von drei Jahren von 145.000 auf 43.880 Euro, was einem Wertverlust von 69,7 Prozent entspricht. Das Pendant mit Verbrennungsmotor, die E-Klasse, verlor im gleichen Zeitraum 49,3 Prozent und lag zuletzt bei 34.490 Euro. Die Differenz zwischen beiden Modellen betrgt 20,4 Prozentpunkte.
Am geringsten fiel der Unterschied bei BMW aus: Der elektrische BMW iX3 verlor 46,1 Prozent seines Werts und lag zuletzt bei 39.890 Euro, whrend der X3 auf einen Wertverlust von 41,5 Prozent kam und bei 39.990 Euro lag. Die Differenz betrgt hier lediglich 4,6 Prozentpunkte.
Auch im Premiumsegment ergibt sich kein Vorteil fr Elektroautos. Ein elektrischer Porsche Taycan verlor in drei Jahren 56,6 Prozent seines ursprnglichen Preises und fiel von 158.900 auf 68.995 Euro. Der vergleichbare Porsche Panamera verzeichnete einen Rckgang von 48,6 Prozent auf 79.000 Euro. Damit liegt die Differenz bei 8,0 Prozentpunkten.
Carvago hat weitere Wertverluste ermittelt, die das Muster ber verschiedene Fahrzeugklassen hinweg besttigen. Im Kompaktsegment zeigt sich etwa beim Vergleich zwischen dem VW ID.3 und dem VW Golf ein deutlicher Unterschied: Der ID.3 verlor innerhalb von drei Jahren 51,2 Prozent seines Werts, whrend der Golf lediglich 41,3 Prozent einbte eine Differenz von 9,9 Prozentpunkten.
hnlich fllt das Ergebnis bei SUV-Modellen des Volkswagen-Konzerns aus. Der VW ID.4 kam auf einen Wertverlust von 46,1 Prozent, whrend der konventionell angetriebene VW Tiguan mit 34,5 Prozent deutlich stabiler blieb. Die Differenz betrgt hier 11,6 Prozentpunkte. Noch ausgeprgter ist der Abstand bei einer VW-Schwestermarke: Das elektrische SUV koda Enyaq verlor 51,7 Prozent, der Kodiaq hingegen nur 33,0 Prozent ein Unterschied von 18,7 Prozentpunkten.
Auch im Kleinwagensegment besttigt sich der Trend. Der Peugeot e-208 bte 53,6 Prozent seines Werts ein, whrend der klassische 208 bei 34,9 Prozent lag. Die Differenz betrgt ebenfalls 18,7 Prozentpunkte. Im Bereich der Hochdachkombis fllt der Unterschied noch deutlicher aus: Der Citron -Berlingo verlor 57,9 Prozent, der Berlingo dagegen nur 35,1 Prozent ein Abstand von 22,8 Prozentpunkten.
Besonders gro ist die Differenz im Volkswagen-Konzern schlielich im Premium-SUV-Segment. Der Audi e-tron kam auf einen Wertverlust von 50,7 Prozent, whrend der Audi Q8 lediglich 26,7 Prozent einbte. Mit 24,0 Prozentpunkten zhlt dieser Vergleich zu den deutlichsten innerhalb der gesamten Analyse.
Carvago nennt mehrere Grnde fr den strkeren Wertverlust von Elektroautos. Dazu zhlen vor allem die schnelle technische Entwicklung mit steigenden Reichweiten, verbesserter Ladeleistung und fortlaufenden Software-Updates. Zudem gebe es Zurckhaltung bei Gebrauchtwagenkufern, etwa wegen Zweifeln an der Batterielebensdauer oder der Alltagstauglichkeit auf Langstrecken.
Die Untersuchung basiert auf Medianpreisen aus Inseraten des vierten Quartals 2022 und des vierten Quartals 2025. Trotz oft geringerer Laufleistung schneiden Elektroautos schlechter ab. In die Vergleichsgruppe der Verbrenner flossen neben klassischen Benzin- und Dieselfahrzeugen auch Hybrid-, Plug-in-Hybrid- und LPG-Modelle ein.
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