Markus Haupt, Vorstandschef von Seat/Cupra, beschreibt den neuen Elektro-Kleinwagen Cupra Raval als zentralen Schritt in der Transformation der spanischen Volkswagentochter. In den vergangenen Monaten habe der Fokus vollstndig auf der Vorbereitung des Fahrzeugs gelegen. Dieses Fahrzeug stellt die grte Transformation unseres Unternehmens dar, so Haupt in einem Interview mit dem Portal Electrified. Konkurrenzmodelle im gnstigeren Preissegment bewertet er nicht mit Neid, sondern sieht den Wettbewerb als offen an.
Der Raval startet bei einem Preis von 25.950 Euro und wird von Haupt als Gamechanger bezeichnet. Er argumentiert, dass das E-Auto durch Ausstattung und Eigenschaften hervorsteche, die sonst hheren Segmenten vorbehalten seien. Dazu zhlten Design, sportliche Performance und Elemente, die von der Formel E inspiriert seien. Cupra positioniere das Modell bewusst eigenstndig im Vergleich zu gnstigeren Wettbewerbern.
Demokratisierung der Elektrifizierung
Zum Marktstart sieht Haupt den Zeitpunkt als passend an. Neben dem Raval verweist er auf bestehende Elektromodelle von Cupra wie Born und Tavascan, die bereits in vielen Mrkten gut angenommen wrden. Mit dem Raval wolle man weitere Kundengruppen erreichen – der Manager spricht von einer Demokratisierung der Elektrifizierung, um Skeptikern den Zugang zu erleichtern.
Der Raval wird mit zwei Batterietypen angeboten: einer 37-kWh-LFP-Batterie (Lithium-Eisenphosphat) mit rund 300 Kilometern Reichweite sowie einer 52-kWh-NMC-Batterie (Nickel-Mangan-Cobalt) mit bis zu 450 Kilometern. Die kleinere Variante richtet sich laut Haupt vor allem an urbane Nutzer, whrend die grere Batterie auch fr lngere Strecken gedacht sei. Die Markteinfhrung beginnt im Sommer, zunchst mit der greren Batterie ab 37.250 Euro.
Auch bei den Leistungsstufen setzt Cupra auf Differenzierung. Das Angebot reicht von 85 kW (116 PS) bis 166 kW (226 PS), wobei insbesondere die VZ-Variante mit hoher Leistung die Markenidentitt widerspiegeln soll. Haupt betont die Fahrdynamik und Beschleunigung des Modells, ohne konkrete Erwartungen zur Nachfrageverteilung zu nennen.
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Mit Blick auf den Gesamtmarkt erwartet Haupt, dass neue Modelle innerhalb des Volkswagen-Konzerns den Hochlauf der Elektromobilitt untersttzen. Mehrere Fahrzeuge verschiedener Marken auf gleicher Plattform sollen den Markt beleben, wobei jede Marke ihre Eigenstndigkeit wahren soll. Der RavAl fhrt eine fr Kleinwagen optimierte Version des Elektroauto-Baukastens MEB ein, auf der demnchst auch zwei Modelle von VW sowie eines von Skoda starten werden.
„Von Land zu Land unterschiedlich Bedrfnisse“
Beim Anteil von Elektroautos bleibt die Entwicklung aus Sicht von Haupt offen, da letztlich die Kunden entscheiden wrden. Gleichzeitig betont er, dass strengere CO-Vorgaben einen steigenden Absatz von E-Autos notwendig machten. Frderprogramme seien weiterhin wichtig, da elektrische Modelle teurer als Verbrenner seien.
Die Umrstung des spanischen Werks in Martorell auf Elektromobilitt bewertet Haupt als richtige Entscheidung. Gleichzeitig hebt er hervor, dass das Werk flexibel bleibe und auch Plug-in-Hybride sowie Verbrenner produzieren knne. In der aktuellen Regulierung sieht er weiterhin eine klare Ausrichtung auf Elektrifizierung, trotz vorgeschlagener Anpassungen durch die EU.
Zu Produktions- und Marktzahlen uert sich Haupt zurckhaltend. Die Produktionskapazitt fr Batteriesysteme in Martorell entspricht seinen Worten nach aber der Fahrzeugkapazitt. Das laufende Jahr beschreibt er als Anlaufphase, in der Prozesse weiterentwickelt wrden.
Die Marke Seat sieht Haupt weiterhin als eigenstndige Ergnzung zu Cupra. Trotz eines inzwischen hheren Cupra-Anteils am Absatz betont er unterschiedliche Zielgruppen und verweist auf in Europa erfolgreiche Seat-Modelle wie den Ibiza in verschiedenen Mrkten.
Einen mglichen Preiswettbewerb im Markt bewertet Haupt kritisch. Seat und Cupra wollten sich nicht an einem Rabattkrieg beteiligen. Stattdessen hebt er Investitionen und Produktion in Europa hervor und stellt zwei grundstzliche Wege gegenber: Man kann hier verkaufen und den Wohlstand woanders schaffen. Oder man investiert, produziert und entwickelt in Europa.
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