Seit Mrz 2024 verantwortet Meta Kessler als Director Strategy & Transformation bei Ionity unter anderem die Bereiche Marktforschung und Geschftsentwicklung. In einem ausfhrlichen Interview mit dem Portal Electrive hat sie ber die Ausbauplne des Unternehmens gesprochen.
Ionity betreibt nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 850 Standorte in 24 europischen Lndern, fast 50 weitere sind im Bau. Das Unternehmen, ein Joint Venture von BMW, Mercedes, Ford und Volkswagen sowie Hyundai, hat den Ausbau von schnellen Ladepunkten mit 350 Kilowatt und mehr frh vorangetrieben und treibt den weiteren Ausbau seines Netzes voran.
Parallel zum Autobahnnetz baut Ionity nun auch das Angebot in Stdten aus. Derzeit gibt es 60 urbane Ladestationen, weitere 50 sind in der Konstruktion oder in Planung. Bis 2030 sollen 30 Prozent der dann rund 1300 Stationen in stdtischen Gebieten liegen.
In Stdten sieht Ionity grere Hrden als an Autobahnen. Das Unternehmen hlt auch dort an dem Ansatz fest, mglichst mindestens sechs Ladepunkte pro Standort zu bauen. Gesucht werden Flchen mit ausreichend Platz und Netzanschluss. Die Zusammenarbeit mit Stdten und Behrden beschreibt Kessler als komplex, besonders in Deutschland. Sie spricht sich fr schnelleren Brokratieabbau, gemeinsame Initiativen und einfachere Regulierung fr Ladepunktbetreiber aus. Auf ffentlichen Flchen ist aus ihrer Sicht zudem fairer Wettbewerb wichtig.
„Wir haben mehrere KPIs im Blick“
Fr die Bewertung des Ausbaus zhlt Ionity nicht nur Standorte und Ladepunkte. Im Blick stehen nach Angaben von Kessler auch Marktanteile bei Ladepunkten, bei installierter Energie und bei verkaufter Energie. Zugleich betont sie, dass Standorte dort entstehen sollen, wo Fahrer von Elektroautos sie bentigen. Wichtiger als reine Stckzahlen sei die passende Station am passenden Ort. Zum Kundenerlebnis zhlt Ionity auerdem Belegungsdaten, Routing und Zusatzinformationen in App, Fahrzeug-Navigation sowie Diensten wie Google Maps und Apple Karten.
In London hat Ionity eine Partnerschaft mit Uber gestartet. Uber-Fahrer erhalten vergnstigten Zugang zu Ionity-Schnellladestationen im Stadtgebiet, whrend Uber Auslastungsgarantien fr gemeinsam abgestimmte Standorte gibt. Geplant sind zehn Ladestationen in den kommenden Jahren, erste Standorte sind bereits erffnet oder im Bau. In Deutschland oder anderen Lndern ist ein vergleichbares Modell derzeit nicht vorgesehen, eine Ausweitung laut Kessler aber vorstellbar.
Bei den Bezahl- und Nutzungssystemen beobachtet Ionity je nach Land unterschiedliche Schwerpunkte. In Deutschland werde ungewhnlich viel per RFID-Karte und App geladen, im Vereinigten Knigreich dagegen hufig ad hoc. Die Funktionalitt Plug&Charge zum automatischen Ladestart bewertet Kessler grundstzlich positiv, verweist aber auf die ntige Zusammenarbeit vieler Beteiligter und auf Beratungsbedarf bei Kunden.
Beim Thema dynamische Preise lief ein Test mit einigen Speditionen bis Ende Mrz, die Auswertung steht noch aus. Zunchst setzt Ionity auf variable Preise an ausgewhlten Stationen. Perspektivisch sollen dynamische Preise folgen, die sich an Energiemarkt und Nachfrage orientieren.
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