Genesis will seine Präsenz in Europa deutlich ausbauen. Die Premium-Marke des Hyundai-Konzerns hat seit ihrem Start 2021 hier erst rund 11.000 Fahrzeuge verkauft – gemessen an sieben Millionen jährlichen Neuwagenverkäufen des südkoreanischen Konzerns weltweit ein Randwert. Nun setzt Genesis verstärkt auf einen neuen Europa-Chef, zusätzliche Händler und moderne Hybrid- sowie Performance-Modelle.
Der neue Managing Director Peter Kronschnabl, zuvor bei BMW, soll den Neustart vorantreiben, berichtet Auto Express. Genesis kam am Ende der Corona-Pandemie auf den europäischen Markt und traf auf eine von deutschen Marken dominierte Premiumlandschaft. Dennoch hält die Marke an ihren Plänen fest: 2026 startet eine „Magma“-Performance-Version des Elektro-SUV-Crossovers GV60, zudem will Genesis mit einem Engagement in der World Endurance Championship Aufmerksamkeit schaffen und sein Angebot mit Hybridantrieben erweitern.
In Gesprächen mit Hyundai-Konzernchef José Muñoz habe er die langfristige Bindung an Europa klar eingefordert, erklärte Kronschnabl gegenüber Auto Express. 2025 setzte die Marke auf dem Kontinent lediglich 2455 Fahrzeuge ab, vertreten ist man derzeit nur in Großbritannien, Deutschland und der Schweiz. Weltweit liegt das Volumen mit 220.000 Einheiten rund hundertmal höher – eine Größenordnung, die laut Unternehmen die Entwicklung einer neuen Premium-Plattform rechtfertigt.
Diese neue Architektur soll künftige Modelle tragen und sowohl Hinter- als auch Allradantrieb ermöglichen. Sie ist für reine Elektrofahrzeuge ebenso ausgelegt wie für Hybridantriebe. Genesis entwickelt klassische Hybride mit Elektromotoren und einem aufgeladenen 2,5-Liter-Benziner sowie sogenannte Range-Extender-Fahrzeuge (EREV). Bei EREVs dient ein kompakter Verbrennungsmotor ohne Verbindung zu den Rädern als Stromgenerator für den E-Antrieb.
EREVs sind vor allem für große US-SUVs vorgesehen. Genesis hat bestätigt, ein neues Flaggschiff-SUV auf Basis der Studie X Gran Equator (Artikelbild) zu bringen. Für Europa sieht Kronschnabl beide Hybridansätze als sinnvoll an: „Es gibt Platz für EREVs, weil sie eine Reichweite von etwa 900 bis 1000 Kilometern haben. Damit wären sie in Konkurrenz zu Diesel, der ausläuft.“
Ein sportliches Ausrufezeichen soll der GV60 Magma sein, der Ende 2026 kommt. Das besonders potente Allrad-Elektroauto der neuen Submarke Magma ist als Gegenstück zu BMWs M-Modellen positioniert und soll das Image der südkoreanischen Marke schärfen.
Parallel baut Genesis seinen Vertrieb um. Von reinen Online-Direktverkäufen rückt das Unternehmen ab, entscheidend ist der Ausbau des dünnen Händlernetzes. Aktuell gibt es 15 Handelspartner und 39 Servicezentren in Europa, beide Zahlen sollen in diesem Jahr mehr als verdoppelt werden. Jeder neue Partner wird laut Kronschnabl persönlich vom globalen CEO abgesegnet, um den Anspruch der südkoreanischen Marke zu wahren.
Automobile Magazine-Germany


























