Charging Reliability Index: Wo E-Autos beim Laden versagen

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EcoG hat die zweite Ausgabe seines Charging Reliability Index (CRI) veröffentlicht, mit dem das Unternehmen die Ladezuverlässigkeit von Elektrofahrzeug-Plattformen bewertet. Für den neuen Bericht untersuchte der Münchner Spezialist für DC-Ladesoftware zehn E-Auto-Plattformen, darunter BMW UKL2, Ford GE1, Geely SEA, Hyundai E-GMP, Lucid Air, Mercedes MFA2, SAIC LWB, Stellantis CMP, Tesla Model 3/Y und VW MEB.
Der Index konzentriert sich ausschließlich auf die fahrzeugseitige Schnittstelle und umfasst 20 Tests, aufgeteilt in die Kategorien Ladeinitialisierung, Ladevorgang, Fehlerbehebung und Benutzerkommunikation. Im Vergleich zur ersten CRI-Ausgabe aus dem Jahr 2023 wurden die Testkategorien erweitert, die Anzahl der Tests um 50 Prozent erhöht und erstmals die Fähigkeit zum bidirektionalen DC-Laden einbezogen.
Keine der getesteten Plattformen erreichte eine Ladezuverlässigkeit von mehr als 76 Prozent (76 von 100 Punkten). Die niedrigste Bewertung lag bei lediglich 39 von 100 Punkten. EcoG kommentiert: „Dies zeigt, dass weiterhin grundlegende Mängel bestehen, die bei Elektroautofahrern zu erheblicher Frustration und sogar zu Pannen führen können.“

Positiv hebt der Report hervor, dass sich die Stabilität der Ladevorgänge im Vergleich zu den Tests im Jahr 2023 verbessert hat. „Eine höhere Qualität der Steuersignale führt zu weniger unerwünschten Ladeunterbrechungen“, erklären die Experten. Die Qualität der Steuersignale habe zugenommen, was zu weniger unerwünschten Ladeunterbrechungen führe. Im aktuellen Bericht wurde kein Fall schwacher Kommunikationssignale festgestellt – ein Fortschritt gegenüber 2023, als noch zwei problematische Fälle dokumentiert wurden. Dennoch variiert die Signaldämpfung weiterhin stark, mit einem Unterschied von mehr als 20 dB zwischen den Plattformen.
Ein zentrales Problem bleibt laut EcoG die sogenannte Autorisierungs-Timeout-Problematik. In vielen Fällen dauere die Autorisierung an der Ladesäule zu lange, sodass das Fahrzeug den Vorgang wegen Zeitüberschreitung abbricht. In vier der zehn getesteten Plattformen wird ein striktes 60-Sekunden-Zeitfenster festgelegt. Überrascht hat die Tester, dass bei sechs Plattformen das Timeout-Verhalten offenbar vom verwendeten Ladeprotokoll abhängig ist: „Zwei Plattformen zeigten niedrige Timeouts nur bei Auswahl des ISO-Protokolls, nicht jedoch bei Auswahl des DIN-Protokolls. Dies kann für den Benutzer sehr verwirrend sein, da nicht transparent ist, welches Protokoll verwendet wird.“
Schwachstelle 12-Volt-Batterie
Eine weitere Schwachstelle ist die 12-Volt-Batterie der Fahrzeuge. Diese kleinen Batterien sind essenziell für Steuerung und Sicherheit – fallen sie aus, kann das Fahrzeug nicht mehr reagieren. Laut EcoG resultiert dies häufig aus misslungenen Ladeversuchen mit automatischen Wiederholungsversuchen. Drei der Plattformen versuchten unbegrenzt oft neu zu laden, was zu einer Überbeanspruchung der Batterie und im Extremfall zur völligen Funktionsunfähigkeit führen könne.
Erfreulich sei hingegen, dass sieben der zehn Plattformen inzwischen Transport Layer Security (TLS) für eine sicherere Kommunikation unterstützen. Auch sei es bei allen Elektroautos nicht möglich, den Wagen während des Ladevorgangs zu bewegen – eine wichtige Sicherheitsvorkehrung. Schwächen bleiben jedoch bei der Überprüfung der Ladespannung: Nur fünf Plattformen führen eigene Messungen durch, der Rest verlässt sich auf die Angaben des Ladegeräts. Auch bei der Fehlerkommunikation hapert es, lediglich zwei Plattformen nutzen standardisierte Fehlercodes.
Beim Bedienkomfort gibt es ebenfalls Unterschiede. Drei der getesteten E-Autos bieten keine einfache Möglichkeit, den Ladevorgang direkt am Fahrzeug zu beenden. Zwei Modelle unterstützen weiterhin nicht das branchenrelevante Protokoll ISO 15118-2, was die Interoperabilität einschränke.
Die Branche entwickle sich zwar in die richtige Richtung, aber es gebe noch erheblichen Verbesserungsbedarf, so das Fazit von EcoG. „Zusammengenommen zeigen diese Ergebnisse einen stetigen Fortschritt in der gesamten Branche, aber der beste CRI-Wert von 76 % unterstreicht auch, wie wichtig es ist, die Implementierung der Ladeschnittstellen weiter zu verbessern, um ein zuverlässiges und benutzerfreundliches Ladeerlebnis zu erreichen.“

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