Die Unternehmensberatung Berylls beleuchtet mit einer globalen Verbraucherbefragung, wie Fahrer ihr perfektes Auto definieren und wie sich Prferenzen zwischen Regionen, Kulturen und Anwendungsfllen unterscheiden. Die Studie sttzt sich auf 8000 Teilnehmer in 11 Lndern. Erfasst wurden aktuelle Fahrzeughalter sowie knftige Kufer. 59 Prozent der Befragten leben urban, 24 Prozent in Vorstdten und 17 Prozent auf dem Land.
Die Auswertung bndelt zunchst vier Themen: Markenherkunft, Antrieb, ADAS (Advanced Driver Assistance Systems: fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme) und Karosserieform. Bei der Markenherkunft bleibt Made in Germany laut der Prsentation stark: Deutsche Marken verzeichnen global die geringste Vermeidung mit 12 Prozent und die hchste wahrgenommene Qualitt mit 80 Prozent. Unter chinesischen Befragten liegt letzterer Wert bei 90 Prozent. Zugleich nennt die Studie zwei Einschrnkungen: Chinesische Konsumenten unter 35 Jahren meiden deutsche Marken hufiger, und 23 Prozent der Fahrer eines deutschen E-Autos wrden nicht erneut kaufen.
Beim Antrieb ergibt die Studie Range-Extender-Elektrofahrzeuge mit kompaktem Verbrennungsmotor als Stromgenerator als relevante Alternative zum reinen E-Auto. Das gilt fr 45 Prozent aller Befragten und fr 71 Prozent der chinesischen Umfrageteilnehmer, wobei die Attraktivitt noch nicht in Kaufabsicht bergeht. Zugleich sagen 49 Prozent der Verbrenner-Fahrer, sie wrden ein vergleichbares E-Auto nur dann in Betracht ziehen, wenn es gnstiger wre als ein Verbrenner. Als weitere Punkte nennt die Studie Preisbarrieren beim Vollstromer sowie unterschiedliche Reichweitenerwartungen zwischen China, Deutschland und den USA.
Mit Blick auf automatisiertes Fahren zeigt die Prsentation ein deutlich regionales Muster. Weltweit bevorzugen 42 Prozent SAE L1 fr ihr nchstes Fahrzeug, nur 10 Prozent wrden L4/L5 whlen. In China liegt die Affinitt zu L4/L5 mit 24 Prozent deutlich hher als in Deutschland und den USA mit jeweils 6 Prozent. Als wichtigste wahrgenommene Vorteile des automatisierten Fahrens nennt die China-Auswertung vor allem Stressreduktion und Zeitgewinn, whrend in den westlichen Mrkten Sicherheit als Hauptnutzen genannt wird.
L1 bis L5 bezeichnen die Stufen der Fahr-Automatisierung: Bei L1 untersttzt das System nur bei einer einzelnen Fahraufgabe, bei L2 bernimmt es gleichzeitig Lenken sowie Beschleunigen und Bremsen, bei L3 fhrt das System in bestimmten Situationen selbst, verlangt aber bei Bedarf die bernahme durch den Menschen, bei L4 fhrt das Fahrzeug in fest definierten Einsatzbereichen vollstndig autonom, und bei L5 steht vollautomatisiertes Fahren unter allen Bedingungen, bei dem kein Fahrer mehr erforderlich ist.
Bei der Karosserieform hlt die Studie fest: SUVs sind das neue Weltauto. Global bevorzugen demnach 30 Prozent SUVs. Besonders hoch ist der Anteil in Sdkorea mit 52 Prozent, gefolgt von den Vereinigten Arabischen Emiraten und China mit jeweils 38 Prozent. Mit wachsendem Budget steigt die SUV-Neigung weiter und erreicht im Segment mit besonders hohem Budget der Kufer 46 Prozent. Zugleich vermerken die Studienautoren, dass in China 42 Prozent der Befragten beim bevorzugten Karosserietyp wegen begrenzter Verfgbarkeit gewnschter Antriebe Kompromisse eingehen mussten.
Fokus Interieur
Fr den Innenraum setzt die Studie drei Schwerpunkte: Bedienlogik, Materialqualitt und Abomodelle. Nur 20 Prozent bevorzugen rein touchscreenbasierte Bedienung, in China sind es 13 Prozent. 33 Prozent favorisieren eine ausgewogene Mischung aus Touchscreens und physischen Bedienelementen. Als wichtigste Innenraumtechnologie nennt die Studie Navigationssystemqualitt mit 57 Prozent vor Konnektivitts-Angeboten wie Apple CarPlay und Android Auto mit 38 Prozent.
Bei Qualitt und Gestaltung nennt die Studie Materialqualitt, Verarbeitung, Gesamtdesign und Farboptionen als am hchsten bewertete Merkmale. Chinesische Konsumenten messen diesen Punkten berdurchschnittliche Bedeutung bei. E-Auto-Interessenten bewerten Materialqualitt und Verarbeitung zudem hher als Verbrenner-Interessenten. Freischaltbare Funktionen stoen hufig auf Zurckhaltung: Fr 63 Prozent der Befragten haben solche Angebote keinen Einfluss auf das Interesse an einem Fahrzeug oder senken es. Unter denjenigen, die darin einen Mehrwert sehen, liegen ADAS und Konnektivitt vorne. In Deutschland und den USA werden stattdessen Komfort- und Designfunktionen genannt.
Empfehlungen fr Hersteller und Zulieferer
Fr Hersteller empfehlen die Autoren angesichts der Studienergebnisse unter anderem eine strkere Lokalisierung bei ADAS, den Einsatz von Range-Extender-Stromern als bergangsantrieb in bestimmten Mrkten, die Priorisierung von SUVs, eine Bedienung mit nutzbarer Mischung aus physischen Elementen und Touchscreens, hohe Innenraumqualitt besonders bei E-Autos und Zurckhaltung bei Abo-Angeboten. Bei Elektroautos solle mit Blick auf Vertrauen und Wiederkaufabsicht der Fokus besonders stark darauf gelegt werden, dem Markenversprechen gerecht zu werden.
Fr Zulieferer nennt die Studie flexible Multi-Energie-Portfolios, modulare regionenspezifische ADAS-Stacks, an SUV-Nachfrage ausgerichtete Produkt- und Kapazittsplanung, Cockpit-Innovationen mit Fokus auf Benutzerfreundlichkeit und Qualitt sowie neue Hardware- oder Software-As-a-Service-Angebote fr Fahrzeughersteller.
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