Steigende Kraftstoffpreise in Europa infolge des Kriegs im Iran knnten die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen deutlich ankurbeln. Das erklrte ChargePoint-CEO Rick Wilmer im Gesprch mit Automotive News und verwies auf neue Chancen fr Anbieter von Ladeinfrastruktur.
Auslser der Preisentwicklung sind Lieferunterbrechungen, nachdem der Konflikt im Nahen Osten den Tankerverkehr durch die Strae von Hormus weitgehend zum Erliegen brachte eine Route, ber die rund 20 Prozent der weltweiten lversorgung transportiert werden.
Branchenexperten erwarten, dass die hheren Spritpreise den Wandel zur Elektromobilitt beschleunigen. Laut Transport & Environment (T&E) soll der Marktanteil batterieelektrischer Fahrzeuge in Europa 2026 auf 23 Prozent steigen und bis 2027 auf 28 Prozent anwachsen, nach 19 Prozent im Jahr 2025. Ein wesentlicher Faktor sei, dass steigende Kraftstoffpreise Elektroautos in vielen Segmenten preislich nher an Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor heranfhren.
Europa sei aufgrund seiner hohen Importabhngigkeit besonders anfllig fr Energiekrisen. Laut Lucien Mathieu von T&E importiert der Kontinent 96 Prozent seines ls, Elektroautos stellten den einzigen Weg, um diese Abhngigkeit zu berwinden dar.
bergang zur Elektromobilitt unvermeidlich
Vor dem Hintergrund anhaltender geopolitischer Spannungen sei der bergang zur Elektromobilitt unvermeidlich, so ChargePoint-Chef Wilmer. Mit einer steigenden Zahl von Elektrofahrzeugen wachse auch der Bedarf an Ladeinfrastruktur, was dem Betreiber von Schnellladestationen direkt zugutekomme.
Wilmer rechnet damit, dass Europa innerhalb von drei bis vier Jahren Nordamerika als grten Markt des Unternehmens nach Umsatz berholen wird. Grnde dafr seien unter anderem strengere CO2-Vorgaben in der EU sowie steuerliche Anreize fr den Kauf von Elektrofahrzeugen. Im vierten Quartal verzeichnete ChargePoint ein starkes Geschft in Europa. Die Region machte rund 23 Prozent des Gesamtumsatzes von 109 Millionen US-Dollar aus. Im Vergleich dazu lag der Anteil im vierten Quartal 2024 bei 19 Prozent bei einem Gesamtumsatz von 102 Millionen Dollar.
Das Unternehmen setzt fr Wachstum auf neue Schnellladetechnologien, die in der zweiten Jahreshlfte eingefhrt werden sollen. In Zusammenarbeit mit Eaton entwickelt ChargePoint eine Architektur, die Ladeleistungen von bis zu 600 Kilowatt fr Pkw ermglicht und damit ber dem bisherigen Industriestandard von 350 Kilowatt liegt. Fr schwere Nutzfahrzeuge sind als weitere Steigerung Megawatt-Ladeleistungen vorgesehen.
Zustzlich plant ChargePoint ein neues Gleichstrom-System, bei dem Umwandlungsprozesse (AC-DC, DC-DC) modular getrennt sind. Dadurch sollen Betriebs- und Investitionskosten um etwa ein Drittel sinken und der Platzbedarf reduziert werden. Wenn wir das neue DC-Produkt in Europa installieren, wird das ein groer Meilenstein sein, so Wilmer. Parallel baut das Unternehmen strategische Partnerschaften aus, etwa mit Ford Pro in Deutschland und Grobritannien, um Infrastruktur, Software und Fahrzeugexpertise zu verbinden.
Automobile Magazine-Germany





















