Nissan-Chef Ivan Espinosa treibt den Umbau des japanischen Autobauers voran und erweitert den kurzfristigen Antriebsfokus. Neben batterieelektrischen Modellen rücken nun verstärkt Plug-in-Hybride und Elektrofahrzeuge mit Reichweitenverlängerer in den Mittelpunkt. Hintergrund ist die schwächer als erwartete Nachfrage nach reinen Stromern.
Seit seinem Amtsantritt im April 2025 hat Espinosa das Restrukturierungsprogramm Re:Nissan gestartet. Ziel ist es laut Automotive News, die Profitabilität auf Basis des aktuellen Absatzniveaus zu steigern, statt auf weiteres Volumenwachstum zu setzen. Das Programm sieht Einsparungen von 500 Milliarden Yen (ca. 2,7 Mrd. Euro) vor und soll den Break-even-Punkt bis zum Geschäftsjahr 2026 von 3,1 auf 2,5 Millionen Fahrzeuge senken. Zudem sollen die weltweiten Montagewerke von 17 auf 10 reduziert und 20.000 Stellen abgebaut werden.
Espinosa betonte, Nissan könne sich angesichts steigender Regulierungs- und Technologiekosten sowie neuer Wettbewerber nicht auf höhere Stückzahlen verlassen. „Das Ziel für mich ist nicht, mehr Autos zu verkaufen, sondern mehr Geld zu verdienen“, sagte er bei einer digitalen Gesprächsrunde mit internationalen Medien im Februar.
Langfristig halte Nissan zwar an batterieelektrischen Fahrzeugen fest, passe jedoch das Tempo der Investitionen an. Gründe seien eine schwächere Nachfrage, Einschränkungen bei der Ladeinfrastruktur, reduzierte staatliche Förderungen und sich wandelnde Vorschriften, insbesondere in den USA und Europa. In Europa stehen die Hersteller unter zusätzlichem Druck durch strengere CO2-Flottengrenzwerte.
Vor diesem Hintergrund will Nissan seine eigene e-Power-Technologie weiterentwickeln. Geplant sind Derivate in Form von Plug-in-Hybriden und sogenannten Extended-Range-Elektrofahrzeugen. „Wir werden Derivate von e-Power haben, die in Form eines PHEV oder EREV kommen könnten“, kündigte Espinosa an. Diese Varianten sollen helfen, Flottenemissionen zu senken und Kunden mehr Reichweite sowie Flexibilität zu bieten. Bei der e-Power-Antriebstechnologie treibt stets ein Elektromotor das Auto an, während ein kleiner Benzinmotor nur als Generator zur Stromerzeugung dient.
Auch China könnte eine größere Rolle spielen. Nissan prüft den Import des in der Volksrepublik gebauten Frontier Pro nach Europa, einschließlich einer gemeinsam mit Dongfeng Motor Group entwickelten Plug-in-Hybridversion. Das Modell könne das elektrifizierte Nutz- und Lifestyle-Portfolio in der Region erweitern. „Es ist ein sehr interessantes Produkt“, sagte Espinosa.
Darüber hinaus könnten in China entwickelte elektrifizierte Modelle künftig auch andere Märkte unterstützen. Exporte solcher Fahrzeuge sollen helfen, regulatorische Anforderungen zu erfüllen und Margenziele zu erreichen.
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