Der neue CEO von Seat hat mit AutoExpress über neue Elektroautos der Schwestermarke Cupra gesprochen. Zunächst bringenden die Spanier 2026 den Kleinwagen Raval, noch einige Jahre länger lässt der Crossover Tindaya auf sich warten. Beide sollen mit der für die Marke typischen Sportlichkeit überzeugen, vor allem der Raval aber auch Wachstum bringen und den Druck durch gesetzliche Vorgaben mindern.
„Der Raval muss uns weiterbringen, denn nur so können wir unsere CO2-Ziele erreichen“, sagt der CEO. „In Städten, wo [die Emissionen](#) noch wichtiger sind, sind wir wirklich zuversichtlich, dass dieses Auto unser Gamechanger sein kann.“
Man wolle gemeinsam mit den Regierungen das Tempo des Übergangs vorgeben, aber die Kunden akzeptierten dieses Tempo nicht, erklärte Haupt. „Das ist das größte Problem. Ich glaube, dass Europa möglicherweise Verwirrung bei den Kunden stiftet: In einigen Ländern gibt es am Dienstag noch Fördermittel für den Kauf eines Elektroautos, und am Mittwoch sind diese plötzlich weg.“ Außerdem ändern sich die Strompreise schnell. All dies beeinträchtige das Vertrauen der Käufer in die Anschaffung eines E-Autos.
Mit Kleinwagen lässt sich schwer Geld verdienen. Das gilt umso mehr für Modell mit noch teurerer E-Antriebstechnik. Der Raval teilt sich daher die Technik mit weiteren elektrischen Kleinwagen von VW und Skoda, die alle in Spanien hergestellt werden und auch aus dortiger Montage ihre Akkupakete beziehen.
„Unsere Margen bei E-Fahrzeugen sind nicht so gut wie bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor“, erklärte Haupt. „Daher werden wir uns 2026 und 2027 unter anderem darauf konzentrieren, die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, um die Kosten zu senken.“
Neben dem Raval soll weiter auch der bereits länger verfügbare elektrische Kompaktwagen Born Kunden von Cupra überzeugen. Der CEO bestätigte, dass ein Facelift für die Baureihe bevorsteht. Dieses werde die Front- und Heckpartie auffrischen, das neueste dreieckige Scheinwerferdesign der Marke integrieren und eineeinn kostengünstigeres Lithium-Eisenphosphat-Akkupack (LFP) einführen.
Tindaya-Start wohl erst um 2030 herum
Cupra hat im letzten Jahr mit dem Tindaya den Entwurf einen markant designten großen SUV-Crossover vorgestellt. Daraus soll eine Serienversion hervorgehen, die allerdings laut Haupt wohl erst um 2030 herum auf den Mark kommt. „Die Tindaya ist kein Traum: Er ist etwas, das wir verwirklichen wollen“, sagte Haupt. Vor dem Start werde man die mit dem Entwurf gezeigten neuen Designelemente in anderen Cupra-Fahrzeugen wiederfinden – allerdings noch nicht beim aufgefrischten Born.
Die technische Basis des Tindaya stellt Volkswagens kommende Konzern-Architektur SSP (Scalable Systems Platform). Sie erlaubt rein batterieelektrische Modelle und serielle Plug-in-Hybride. Der Tindaya ist bislang ein E-Auto mit Range Extender (REEV): Für Vortrieb sorgen zwei E-Motoren mit einer Systemleistung von 365 kW (496 PS). In 4,1 Sekunden – und damit schneller als bei jedem anderen Cupra – werden 100 km/h erreicht. Die Fahrbatterie erlaubt 300 Kilometer. Ein 1,5-Liter-TSI-Benziner arbeitet als Stromgenerator ohne Verbindung zu den Rädern, damit steige die Gesamtreichweite auf über 1000 Kilometer.
Mit Blick auf den Antrieb des finalen Tindaya legt sich Cupra noch nicht fest. Haupt: „In diesem sich wandelnden Umfeld ist es am besten, das Auto so zu entwickeln, dass es in Bezug auf den Antriebsstrang flexibel ist. Es könnte ein reines Elektroauto sein, es könnte aber auch einen Range Extender oder einen Verbrennungsmotor haben. Wir wollen uns jetzt noch nicht festlegen, weil sich die Dinge so schnell ändern.“
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