Tozero, eigenen Angaben zufolge Europas fuhrendes Start-up im Batterierecycling, hat in Deutschland seine erste industrielle Demonstrationsanlage eroffnet. Erstmals sei man damit in der Lage, Altbatterien im industriellen Mastab in eine heimische Versorgung mit Lithium, Graphit und einer Nickel-Kobalt-Mischung umzuwandeln.
Die Anlage im bayerischen Chemie-Park Gendorf sei in rekordverdachtigen sechs Monaten errichtet worden und knne jahrlich mehr als 1.500 Tonnen Batterieabfalle verarbeiten, erklrt Torero. Daraus gewinne das Unternehmen hochreines Lithiumcarbonat genug Batteriematerial fur rund 6.000 Elektrofahrzeuge, das nicht auf Mulldeponien verloren geht. Daruber hinaus wrden Graphit und eine Nickel-Kobalt-Mischung im industriellen Mastab zuruckgewonnen.
Moglich werde dies durch Tozeros proprietares, saurefreies hydrometallurgisches Verfahren. Im Unterschied zu konventionellen Verfahren, die mehrere Prozessschritte erfordern, ermogliche es die Ruckgewinnung in einem einzigen, besonders effizienten Kreislauf. Die gewonnenen Materialien seien so rein, dass sie direkt wieder in die Produktion eingespeist werden konnen.
Man habe bereits erfolgreich nachgewiesen, dass sein recyceltes Lithium und Graphit gemeinsam mit fuhrenden Kathoden- und Anodenherstellern fur Lithium-Ionen-Batterien qualifiziert werden konnen. Damit schliee man den Kreislauf von Batteriematerialien und unterstutze Europas Ziel, unabhangiger von Importen kritischer Rohstoffe zu werden. Dies stehe im Einklang mit dem EU-Gesetz uber kritische Rohstoffe, wonach 25 Prozent der Versorgung aus Recyclingquellen gedeckt werden sollen.
Weniger Abhngigkeit bei Batteriematerialien von China
Tozero verschaffe Europa damit erstmals eine heimische Quelle fur kritische Batteriematerialien und reduziere die uberwaltigende Abhangigkeit von chinesischen Importen. Die Anlage in Gendorf werde recyceltes Lithium und Graphit an Unternehmen in verschiedenen Sektoren liefern, darunter Bauwesen, Keramik und Schmierstoffe. Weitere Materialien und Industrien sollen folgen.
Europa verfugt bislang nicht uber die kritischen Rohstoffe, die es braucht, um seine Energiewende und Batterieindustrie aus eigener Kraft aufzubauen und zu skalieren, sagt Sarah Fleischer, Mitgrunderin und CEO von Tozero. Unsere Technologie ermoglicht es uns, Altbatterien zu recyceln und daraus erstmals im industriellen Mastab hochreine Rohstoffe zuruckzugewinnen. .In weniger als vier Jahren hat Tozero den Sprung von Laborexperimenten zum industriellen Betrieb geschafft. Damit zeigen wir, dass Batterierecycling weit mehr ist als ein Pilotprojekt es ist eine reale, skalierbare Antwort auf Europas Bedarf an einer heimischen, zirkularen Versorgung mit kritischen Rohstoffen.
Die Skalierung unserer Technologie vom Labor zur industriellen Produktion in so kurzer Zeit ist ein entscheidender Meilenstein fur jeden Deep-Tech-Grunder und markiert den Ubergang von Entwicklung zu realer Validierung im industriellen Mastab. Es ist ein Meilenstein, auf den ich sehr stolz bin insbesondere, wenn ich sehe, wie das Team diese Anlage zum Leben erweckt hat, so Ksenija Milicevic Neumann, Mitgrunderin und CTO von Tozero.
Ein Wendepunkt fur Europas Rohstoffsouveranitat
Mit der Inbetriebnahme der industriellen Demonstrationsanlage erreiche Tozero einen entscheidenden Meilenstein auf dem Weg zum kommerziellen Betrieb im Vollmastab. Die Anlage diene als Blaupause fur eine fur 2030 geplante groskalige Recyclinganlage, die die ersten tausenden Tonnen an Lithiumcarbonat und Graphit pro Jahr produzieren soll.
Damit steht die Anlage nicht nur fur den nachsten Wachstumsschritt von Tozero, sondern auch fur Europas Fahigkeit, eine nachhaltige und unabhangige Versorgung mit den kritischen Rohstoffen aufzubauen, die fur die Batterieindustrie, Elektromobilitat und Energiewende unerlasslich sind, heit es.
Die weltweite Nachfrage nach Lithium wird sich laut Tozero bis 2030 voraussichtlich vervierfachen. Gleichzeitig konnte allein in der EU die Nachfrage nach Graphit bis 2040 um das bis zu 25-Fache steigen getrieben durch Elektrofahrzeuge, netzgebundene Energiespeicherung und industrielle Elektrifizierung. Dennoch bleibe Europa fast vollstandig von Importen abhangig: China kontrolliere die weltweiten Graphitlieferungen, und 99 Prozent des Lithiums in Europa stammten aus dem Ausland.
Dabei verfuge Europa bereits uber einen wachsenden Bestand genau jener Rohstoffe, die es dringend benotigt in Form von Altbatterien auf dem gesamten Kontinent. Diese oberirdischen Minen htten bislang jedoch nicht wirksam erschlossen werden knnen. Tozero verandere das nun grundlegend, indem es kritische Rohstoffe aus gebrauchten Batterien zuruckgewinnt und wieder in industrielle Lieferketten einspeist.
Das prognostizierte exponentielle Wachstum der Materialnachfrage durfte ab 2035 zu einer weltweiten Versorgungslucke von mehr als 33 Prozent fuhren. Batterierecycling werde damit zu einer unverzichtbaren alternativen Quelle kritischer Rohstoffe, so Tozero weiter. Der Ansatz des Unternehmens ermogliche es der Industrie nicht nur, heutige und kunftige Batteriematerialien aus diesem Rohstoffbestand zuruckzugewinnen und wiederzuverwenden. Er schaffe zugleich eine zirkulare, lokale Lieferkette, die Europas Wettbewerbsfahigkeit im globalen Rennen um die Energietechnologien der nachsten Generation starkt.
Automobile Magazine-Germany




















