Der chinesische Elektroautohersteller Nio hat einen neuen Meilenstein gemeldet: Der 100-millionste Batteriewechsel wurde in der Provinz Zhejiang durchgeführt. Das Unternehmen baut schon seit Längerem neben eigenen Ladestationen ein Netz an „Power Swaping Stations“ (PSS) zum vollautomatischen Tausch von E-Auto-Batterien auf. Mittlerweile gibt es auch einige Standorte in Europa.
Der Batteriewechsel dauert laut Nio im Schnitt drei Minuten. Insgesamt wurden nach Angaben des 2014 gegründeten Unternehmens über die Tauschvorgänge bislang 5,28 Milliarden Kilowattstunden Energie bereitgestellt. Im Vergleich zum herkömmlichen Laden von Elektroautos hätten die 100 Millionen Wechsel den Nutzern 83,41 Millionen Stunden erspart, durchschnittlich mehr als 88 Stunden pro Person. Gegenüber dem Tanken konventioneller Fahrzeuge summieren sich die Einsparungen bei den Energiekosten auf mehr als 26,3 Milliarden Renminbi (ca. 3,2 Mrd. Euro).
Der Batterietausch habe damit Zeit- und Kostenaufwand deutlich reduziert, so Nio. Zugleich verweist man auf Sicherheits- und Nachhaltigkeitsaspekte. Die Stationen überwachten und verwalteten die Batterien zentral, bei jedem Tausch werde eine Batteriezustandsprüfung durchgeführt. Im Vergleich zu Verbrennerfahrzeugen seien die CO₂-Emissionen um 4.169,5 Tonnen gesenkt worden – eine Menge, die in etwa der jährlichen Aufnahmeleistung von rund 167.000 Bäumen entspreche. Durch die Beteiligung am Stromnetz habe das Netzwerk zudem Lastverschiebungen von mehr als 740 Millionen Kilowattstunden unterstützt.
Man halte mehr als 2100 Patente im Bereich Lade- und Wechseltechnologien, darunter über 1500 speziell für den Batterietausch, erklärt Nio. Für dieses Jahr sei der Start der fünften Generation der Power-Swap-Stationen geplant. Zudem arbeite man daran, die Kompatibilität der Batteriewechsel-Technologie marken- und modellübergreifend auszuweiten.
Seit der ersten Station im Jahr 2018 hat Nio einer Mitteilung zufolge weltweit 3790 Power-Swap-Stationen errichtet. Entlang chinesischer Autobahnen entstanden 1020 Anlagen, auch für Nutzer der jungen Submarke für erschwinglichere Familien-Elektroautos Onvo. Für 2026 plant das Unternehmen den Bau von weiteren 1000 Stationen.
In Europa gibt es laut einem Sprecher aktuell 61 Batteriewechselstationen von Nio, in Deutschland 21. Zugang dazu haben Kunden, die die Batterie ihres E-Autos mieten. Nutzer von Fahrzeugen, bei denen die Batterie mitgekauft wurde, können ihr Akkupaket nicht tauschen lassen.
Nio betont, weiter in Lade- und Wechselinfrastruktur investieren, sein Energiegeschäft stärken und eine Grundlage für Profitabilität und langfristiges Wachstum seiner Energiedienstleistungen schaffen zu wollen.
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