Ladesäulen: ACE kritisiert intransparente & hohe Kosten

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Der ACE Auto Club Europa kritisiert hohe Preise, uneinheitliche Regelungen, eine Vielzahl an Ladetarifen sowie Blockier- und Servicegebühren an öffentlichen Elektroauto-Ladesäulen. Verbraucher, die auf öffentliche Ladepunkte angewiesen seien, zahlten oft doppelt so viel wie beim Laden zu Hause oder am Arbeitsplatz.
Um das politische Ziel von 15 Millionen vollelektrischen Pkw bis 2030 zu erreichen, seien niedrigere Preise und eine höhere Preistransparenz an öffentlichen Ladestationen unerlässlich, so der ACE. In seinem Positionspapier „Ladepreise als Schlüssel für den Erfolg der Elektromobilität“ fordert der Club konkrete Maßnahmen, um das öffentliche Laden verbraucherfreundlicher zu gestalten.
Transparenz und faire Preise erforderlich
Zu den geforderten Maßnahmen gehören zunächst vereinheitlichte Tarifstrukturen: Der Ladepreis an den einzelnen Ladepunkten müsse klar ersichtlich und nachvollziehbar sein, sodass er unkompliziert verglichen werden kann. Zu diesem Zweck fordert der ACE die Einführung einer Markttransparenzstelle für Ladestrom, die alle Tarife bündelt und öffentlich zugänglich macht. Ferner müsse die verpflichtende Anzeige der tatsächlichen Ladekosten (Preis pro kWh, Gebühren) spätestens mit der Authentifizierung an der Ladesäule erfolgen – analog zum Tanken.
Um den Wettbewerb zu stärken und Kosten zu senken, sollte zudem die Einführung des Durchleitungsmodells für Pkw-Ladeinfrastruktur geprüft werden. Dieses Modell würde es ermöglichen, die Lieferung des Stroms von der Bereitstellung der Infrastruktur zu trennen. Nutzer könnten dann ihren eigenen Stromtarif zur Ladesäule „mitnehmen“, um unterwegs zum gleichen Preis zu laden wie zu Hause – zuzüglich eines Nutzungsentgeltes, das die Kosten für Errichtung und Betrieb der Ladeinfrastruktur abdeckt.
Sven-Peter Rudolph, Vorsitzender des ACE: „Elektromobilität muss erschwinglich sein: Neben günstigen Fahrzeugmodellen brauchen wir faire Ladepreise. Elektromobilität wird sich in Deutschland erst dann langfristig durchsetzen, wenn die Ladepreise für öffentliches Laden sinken. Ermöglichen könnten dies zum Beispiel deutlich niedrigere Abgaben und Entgelte, wie wir es vom Industriestrom bereits kennen – beispielsweise finanziert über die CO2-Abgabe.“
Test belegt hohe Energiekosten auf der Langstrecke
Eine vom ACE durchgeführte, rund 1.400 Kilometer lange Testfahrt von Stuttgart nach Hamburg und zurück, die im Positionspapier enthalten ist, belegt große Kostenunterschiede zwischen Ladestrom und Kraftstoff. Die reinen Energiekosten des genutzten Elektroautos lagen demnach deutlich über denen eines vergleichbaren Verbrenners: Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 22 kWh/100 km auf der Autobahn liegen die Kosten aktuell zwischen 10,80 Euro und 21,10 Euro pro 100 km.
Der Vergleich zeigt laut dem ACE: Das Laden an Schnellladesäulen ist derzeit 44 bis 94 Prozent teurer als das Tanken eines Verbrenners. Gleichzeitig ermittelte der Club auf der Testfahrt an zehn Ladesäulen 308 unterschiedliche Tarife, wobei nur Tarife ohne monatliche Grundgebühr berücksichtigt wurden. Die Ergebnisse belegten, dass Verbraucher mit einem intransparenten und teuren Tarifmarkt konfrontiert sind.
Ab wann ein Elektroauto hinsichtlich der reinen Energiekosten günstiger ist als ein Verbrenner, sei vor allem abhängig von der Strecke, erläutert Constantin Hack aus dem Kompetenzteam Elektromobilität beim ACE. „Eine Autobahn-Langstrecke ist hinsichtlich Effizienz nicht die Parade-Disziplin für ein Elektroauto. Eine Kostenparität zwischen Elektro- und Benzinfahrzeugen würde sich auf der für unseren Test gewählten Langstrecke und mit dem genutzten Fahrzeug erst bei Ladepreisen unter 0,42 Euro pro kWh einstellen.“
„Auf Überlandstrecken oder im städtischen Bereich ist der Verbrauch des E-Autos hingegen deutlich geringer, während der Verbrauch des Verbrenners sogar zunimmt – eine Preisparität gegenüber einem Benziner ergibt sich hier schon bei etwa 60 ct/kWh. Der durchschnittliche Ladepreis liegt allerdings bei etwa 66 ct/kWh für Wechselstrom und 70 ct/kWh für Gleichstrom.“

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