Mittelständische Automobilzulieferer in Baden-Württemberg geraten zunehmend unter Druck: Investitionen in Elektromobilität und neue Technologien bringen noch keine Ergebnisse, Abrufe und Stückzahlen bleiben hinter den Plänen zurück. Langfristige Planungen werden für die Zulieferer zunehmend schwierig. Mit einem neuen Positionspapier fordert das Cluster Automotive der wvib Schwarzwald AG verlässliche Partnerschaften entlang der Lieferkette und bessere Rahmenbedingungen, um Industrie, Arbeitsplätze und Wohlstand in der Region zu sichern.
Das Positionspapier wurde vom Beirat des Automotive-Clusters erarbeitet. 53 Unterzeichner aus der wvib Schwarzwald AG unterstützen die Forderungen.
Forderungen an die Automobilhersteller
Das Cluster Automotive appelliert an die Markenhersteller, Planbarkeit, Fairness und echte Partnerschaften zu gewährleisten. Mittelständische Zulieferer benötigen belastbare Transformations-Roadmaps, um Ressourcen gezielt einsetzen zu können. Volatile Mengen- und Abrufplanungen gefährden Investitionen in Technologie, Personal und Infrastruktur.
„Die besten Lösungen entstehen in langfristiger Zusammenarbeit. Zulieferer bringen ihre Expertise und Problemlösungsfähigkeit ein. Das verdient echte Partnerschaft, nicht Austauschbarkeit“, heißt es im Positionspapier.
Forderungen an die Politik
An die Politik richtet das Cluster Automotive die Forderung nach wettbewerbsfähigen Energiepreisen, die marktwirtschaftlich über Angebot und Nachfrage stabilisiert werden. Zudem verlangt die Autoren schnelle Genehmigungsverfahren, eine systematische Fachkräftegewinnung sowie eine starke Forschungs- und Wissenschaftspolitik, die den Technologiestandort wirkungsvoll stärkt.
Die Zulieferer bekennen sich zugleich zur CO₂-Bepreisung als zentralem Instrument für den Klimaschutz: „Ein CO₂-Preis muss die realen Umweltkosten wirksam abbilden. Er setzt marktwirtschaftliche Innovationsanreize und wirkt effizienter als Verbote oder Subventionen“, heißt es im Positionspapier.
„Antriebswende und wirtschaftliche Herausforderungen belasten die Automobilzulieferer doppelt. Damit Industrie, Arbeitsplätze und Wohlstand erhalten bleiben, brauchen wir faire Partnerschaften zwischen Herstellern und Zulieferern. Vor allem aber sind verlässliche Rahmenbedingungen notwendig – darunter wettbewerbsfähige Energiepreise und schnelle Genehmigungsverfahren“, so wvib-Hauptgeschäftsführerin Hanna Böhme.
„Mit unserer Kampagne ‚Deutschland kann mehr’ setzen wir uns für eine umfassende Reformagenda ein, um den Standort nachhaltig zu stärken. Die Politik muss die Folgen politischer Eingriffe wie das Verbrennerverbot auf das gesamte automobile Ökosystem erkennen. Die Branche muss global wettbewerbsfähig bleiben. Dazu braucht es faire Spielregeln, nicht marktverzerrende Subventionen.“
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