Ein Antrag eines Motorsport-Ortsclubs hat auf der Mitgliederversammlung des ADAC Sdbayern einen internen Konflikt ber die Ausrichtung des Automobilclubs offengelegt. Die Scuderia Magra forderte laut der Welt, der Club solle alle Antriebsarten wertfrei zu betrachten, und damit tatschliche Technologieoffenheit zu frdern. Der Vorsto zielte auf eine aus Sicht der Initiatoren zu einseitige Fokussierung auf Elektromobilitt und wurde von 39 Prozent oder 2808 Stimmen der anwesenden Mitglieder untersttzt, verfehlte jedoch die notwendige Mehrheit.
Der Antrag sah vor, dass der ADAC bei Informationen zu Fahrzeugantrieben strker auf vorurteilsfreie Recherche setzt und Daten gleichwertig darstellt auch dann, wenn dies politisch unerwnschte Ergebnisse zutage frdert. Zudem kritisierte der Mnchner Ortsclub, der ADAC habe Kostensteigerungen fr Autofahrer durch staatliche Manahmen im Namen des Klimaschutzes ohne wesentlichen Widerspruch begleitet.
Aussagen von frherem Verkehrsprsidenten wirken nach
Der Vorsto macht der Welt zufolge ein tiefer liegendes Spannungsfeld sichtbar: Innerhalb des ADAC mit seinen 22,7 Millionen Mitgliedern gibt es offenbar ein Tauziehen zwischen Befrwortern klassischer Verbrennungstechnik und Anhngern der Elektromobilitt. In der Begrndung verwies der Ortsclub unter anderem auf uerungen des ehemaligen Verkehrsprsidenten Gerhard Hillebrand, der sich fr CO-Bepreisung und hhere Kraftstoffpreise ausgesprochen hatte.
Diese Positionen lsten unter Mitgliedern erhebliche Kritik aus. Viele sahen darin einen Verrat an den Interessen der Autofahrer. Die Folge waren Beschwerden und eine Kndigungswelle mit rund 60.000 Austritten im Januar 2026. Hillebrand trat daraufhin als Verkehrsprsident zurck, blieb jedoch Vorsitzender eines Regionalvereins.
Inhaltlich argumentiert der Ortsclub, der ADAC nutze seinen Einfluss in der Klima- und Verkehrspolitik nicht ausreichend im Sinne der Autofahrer. Er fordert eine strkere Orientierung an nachprfbaren Fakten und warnt davor, Mitglieder einseitig zu informieren oder zu verunsichern. Dabei wird auch grundstzlich die Wirksamkeit nationaler Klimaschutzmanahmen infrage gestellt.
„Kein Anlass, an der Neutralitt des ADAC zu zweifeln“
Der Vorstand des ADAC Sdbayern stellte sich gegen den Antrag und verteidigte die eigene Position. Es gebe keinen Anlass, an der Neutralitt und Kompetenz des ADAC zu zweifeln. Zugleich rumte man ein, dass die Kommunikation knftig klarer werden solle und griff damit indirekt Kritikpunkte auf.
Der ADAC betont weiterhin seinen Anspruch, neutral zu informieren und keine ideologischen Vorgaben zu machen. Die Wahl des Antriebs sei eine individuelle Entscheidung, erklrte der Vorsitzende. Gleichzeitig wies der Vorstand Vorwrfe zurck, politisch einseitig zu agieren, und unterstrich die Rolle des Clubs als unabhngiger Berater ohne eigene finanzielle Interessen.
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