Die hohen Anschaffungspreise bleiben die größte Hürde für den Umstieg auf Elektroautos. Nach Jahren stetiger Preiserhöhungen hat sich dieser Trend 2025 erstmals umgekehrt, ein Wandel, der nach Angaben der Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) vor allem auch einen politischen Hintergrund hat.
Zwischen 2020 und 2024 stiegen die durchschnittlichen Preise für batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) demnach um etwa 5000 Euro auf rund 45.000 Euro, obwohl die Batteriekosten Rekordtiefs erreichten. Der Hauptgrund lag in der Produktstrategie der Hersteller, die zunehmend auf große, teure Fahrzeuge setzten. Der Anteil dieser höherpreisigen Modelle stieg von 28 Prozent der BEV-Verkäufe 2020 auf 64 Prozent 2024. Ohne diese Entwicklung hätte der Durchschnittspreis bei etwa 33.100 Euro gelegen, also fast identisch mit dem von Verbrennerfahrzeugen.
Hersteller begründeten die Preiserhöhungen wiederholt mit „schwacher Nachfrage“, so T&E. Tatsächlich fehlten neue EU-CO₂-Ziele, die eine breite Skalierung erschwinglicher Modelle notwendig gemacht hätten. Stattdessen setzten die Autokonzerne auf margenstarke Fahrzeuge, was ihre Gewinne deutlich steigen ließ.
2025 kam es zur erwarteten Trendumkehr: Die durchschnittlichen BEV-Preise sanken um 1800 Euro auf 42.700 Euro. „Dieser plötzliche, erwartete Rückgang ist die direkte Folge der neuen EU-Auto-CO₂-Ziele, die 2025 in Kraft treten“, erklärt T&E. Die Hersteller hätten ihre Prioritäten verschoben, fokussierten sich auf größere Verkaufsvolumen und beschleunigten die Einführung günstigerer Modelle – trotz eines anhaltenden Trends zu größeren Fahrzeugen. Ohne die Fahrzeugvergrößerung wären die Preise sogar um etwa 5000 Euro auf rund 40.000 Euro gefallen.
Die weitere Entwicklung hin zur Preisparität zwischen BEVs und Verbrennerautos hängt laut T&E stark von den EU-Zielen für 2030 ab. Würden die CO₂-Ziele beibehalten, könnten BEVs bis 2030 in allen Segmenten preislich gleichziehen. In der Oberklasse sei diese Parität bereits erreicht worden. Schwächen die Ziele hingegen, drohe eine Wiederholung der Jahre 2020 bis 2024: Margenorientierung statt Volumensteigerung würde die Preisangleichung verzögern.
Die EU sucht derzeit nach Initiativen, um erschwingliche kleine Elektroautos zu fördern. T&E weist darauf hin, dass ambitionierte CO₂-Ziele der effektivste Hebel seien, um den Wettbewerb anzutreiben und günstige Modelle auf den Markt zu bringen. „Wenn Europa Elektroautos für die breite Masse will, sollte es die Transformation beschleunigen, nicht bremsen“, heißt es von der Umweltorganisation. Beim nächsten Besuch im Autohaus könne der Preis eines Elektroautos somit als Spiegel einer politischen Entscheidung verstanden werden, so T&E.
Zum Artikel T&E: Politik entscheidet maßgeblich über Elektroauto-Preise auf ecomento.de
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