Der europäische Autoriese Stellantis erwägt laut der Nachrichtenagentur Bloomberg, die Partnerschaft mit dem chinesischen Stromer-Hersteller Leapmotor zu vertiefen. Hintergrund seien Bestrebungen, die Kosten zu senken und das Angebot des 14-Marken-Konzerns in Europa zu stärken.
Stellantis denkt demnach darüber nach, die Fahrzeugarchitektur, Batteriesysteme und E-Antriebs-Technologie von Leapmotor für Modelle zu übernehmen, die unter Marken wie Fiat, Opel und Peugeot verkauft werden.
Die beiden Unternehmen haben 2024 bereits das Joint Venture Leapmotor International für den Verkauf von Elektroautos der Chinesen in Europa ins Leben gerufen. Stellantis investierte 2023 zunächst rund 1,8 Milliarden US-Dollar in Leapmotor und erwarb damit etwa 20 Prozent der Anteile des chinesischen Herstellers. Inzwischen ist der Anteil auf etwa 15 Prozent geschrumpft. An dem Gemeinschaftsunternehmen hält Stellantis weiter 51 Prozent.
Stellantis verkauft Modelle von Leapmotor über sein europäisches Händlernetz. Eine umfassendere Vereinbarung zum Technologieaustausch könnte dem etablierten Hersteller einen schnelleren Zugang zu fortschrittlichen Batterie- und E-Auto-Systemen ermöglichen und gleichzeitig die Forschungs- und Entwicklungskosten senken.
Stellantis hat kürzlich für das Geschäftsjahr 2025 einen massiven Nettoverlust von 22,3 Milliarden Euro gemeldet. Die Nachfrage nach E-Autos fällt weniger dynamisch als erwartet aus, hinzu kommt die zunehmende Konkurrenz von chinesischen Unternehmen mit erschwinglichen E-Modellen. Stellantis richtet sich angesichts der aktuellen Entwicklung und den Erwartungen für die nächsten Jahre neu aus. Das führte zu einmaligen Sonderbelastungen in einer Gesamthöhe von 25,4 Milliarden Euro.
„Unsere Ergebnisse für das Gesamtjahr 2025 spiegeln die Kosten wider, die durch die Überschätzung des Tempos der Energiewende und die Notwendigkeit entstanden sind, unser Geschäft neu auszurichten, um unseren Kunden die freie Wahl aus der gesamten Palette an Elektro-, Hybrid- und Verbrennungsmotortechnologien zu ermöglichen“, so der seit Juni 2025 Stellantis leitende Manager. Der Konzern vereint bekannte Automarken wie Citroën, Peugeot, Opel, Fiat oder Chrysler.
Jede erweiterte Vereinbarung zwischen Stellantis und Leapmotor müsste regulatorische Hürden überwinden, darunter europäische Datenschutzvorschriften und US-Beschränkungen in Bezug auf vernetzte Fahrzeuge mit Verbindungen zu China. Die Gespräche sollen sich in einem frühen Stadium befinden, wobei die Unternehmen die Bedingungen noch in diesem Jahr endgültig festlegen wollen.
Automobile Magazine-Germany


























