GridX, ein Anbieter smarter Energiemanagementsysteme (EMS), hat seinen Ladereport 2026 verffentlicht. Der Bericht widmet sich dem ffentlichen E-Fahrzeug-Laden, beinhaltet aber auch Ergebnisse zum Heimladen. Er bndelt Daten der 27 Mitgliedstaaten der EU sowie der Schweiz, Liechtensteins, Norwegens, Islands und des Vereinigten Knigreichs (zusammen: Europa, Fokuslnder). Fr 2025 stellt die Auswertung unter anderem fest, dass Deutschland im europischen Vergleich die meisten besonders schnellen Lader (Ultra-Fast-Charger) installiert hat.
Mehr als 1/10 der in Europa zugelassenen Pkw rein elektrisch
Laut der Studie waren vergangenes Jahr 11.398.731 rein batteriebetriebene Pkw (BEV) in Europa zugelassen, was einem im Vergleich zum Vorjahr verlangsamten Wachstum (2025: 27,7 %, 2024: 35,2 %) um 2.471.194 BEV entsprach. 2025 waren 11,3 Prozent aller zugelassenen Pkw BEV (2024: 8,0 %. 21,4 BEV entfielen auf 1000 Einwohner (2024: 17,8/1.000) und bedeuteten eine Zunahme von 3,6 Prozent.
Die Anzahl der verfgbaren BEV-Modelle erhhte sich auf 463 (2024: 400), wobei sich deren durchschnittliche Reichweite auf 390,3 Kilometer (2024: 389,2 km) belief und deren durchschnittlicher Einstiegspreis um etwa 2,8 Tausend Euro auf rund 65,1 Tausend Euro sank.
Die Anzahl der ffentlichen Ladepunkte in den 32 Fokuslndern des Reports (ENG) belief sich 2025 auf 1.215.706. Das stellt eine nahezu Verfnffachung binnen fnf Jahren (2020: 251.356) sowie eine Zunahme um 19,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2024: 1.020.499) dar. 2024 hatte sich das Wachstum gegenber dem Vorjahr noch auf 36,8 Prozent belaufen. Die Anzahl der Ladepunkte pro 1000 Einwohner verdoppelte sich gegenber 2024 fast auf 3,9 (2024: 2,0/1.000).
Im Jahr 2025 war die Wachstumsrate der ffentlichen Gleichstrom-Ladepunkte (DC) laut der Auswertung ber Europa hinweg mit 38,5 Prozent mehr als doppelt so hoch wie die der Wechselstrom-Ladepunkte (AC/15,3 %) im gleichen Zeitraum. Gleichzeitig stieg der Anteil der Ultra-Fast-Charger im europischen Schnitt auf 11,8 gegenber 9,8 Prozent in 2024. Beides deutet den Studienautoren zufolge auf die perspektivische Vernderung der ffentlichen Ladeinfrastruktur hin zu einer Hochleistungsinfrastruktur hin, bei der Betreiber ffentlicher Ladepunkte (CPO) die Ladepunktleistung gegenber der -anzahl priorisieren.
Deutschland mit Erholung bei BEV-Neuzulassungen und fhrend bei Ultra-Fast-Chargern
2025 nahm der Studie zufolge sowohl die Anzahl der nationalen BEV-Neuzulassungen um 18,2 Prozent gegenber dem Vorjahr zu (2024: +13,5 %) als auch der Anteil der BEV an allen zugelassenen Pkw (2025: +3,3 %, 2024: +2,2 %). Das meistgewhlte BEV war der als Limousine und Kombi erhltliche groe VW ID.7 (2024 war es das mittelgroe SUV-Coup Tesla Model Y).
Der Bericht unterscheidet die Ladepunkte nach Kilowatt (kW) in vier Leistungsklassen: Slow Charger (7,4 kW), Average Charger (7,4 kW 22 kW), Fast Charger (22 kW 150 kW) sowie Ultra-Fast-Charger (150 kW). Wie im Europatrend nahm auch in Deutschland der Anteil der Ultra-Fast-Charger an allen Klassen zu (2025: 19,0 %, 2020: 4,1 %). Konsistent dazu wies das Land die hchste Zahl an Ultra-Fast-Chargern auf (38.138), vor Frankreich (22.858) und dem Vereinigten Knigreich (12.246). Umgekehrt verlief es beim Anteil der Average Charger, der seit 2020 (84,7 %) Jahr um Jahr weiter sank (2025: 72,5 %).
Pro Kopf: Niederlande fhrend bei Ladepunkten, Island bei Kapazitt
2025 wiesen ber alle 32 Fokuslnder hinweg die Niederlande die hchste Anzahl ffentlicher Ladepunkte auf (202.833, +214,7 % gegenber 2020), vor Deutschland (200.830, +387,5 % gegenber 2020) und Frankreich (186.717, +397,9 % gegenber 2020).
Mit 11,0 Ladepunkten pro 1000 Einwohner verzeichneten die Niederlande zudem die hchste Ladepunktdichte, vor Dnemark und Belgien (je 8,4/1.000). Wie im europischen sowie deutschen Vergleich nahm der Anteil der Ultra-Fast-Charger an allen Leistungsklassen in den Niederlanden am strksten zu (2025: +2,6 %, 2020: +1,3 %), der grte Anteil entfiel jedoch weiterhin auf die Average Charger (2025: 95,0 %, 2020: 93,0 %).
Norwegen war 2025 in zweierlei Hinsicht fhrend: erstens bei der Quote der neu zugelassenen BEV pro Kopf (178,4/1.000 Einwohner) und zweitens dem Anteil der BEV an allen zugelassen Pkw (24,0 %). Bei der ffentlichen Ladekapazitt pro 100 Einwohner war Island mit 57,8 kW fhrend, vor Norwegen mit 52,7 kW.
Hchste Wachstumsraten bei BEV-Neuzulassungen und DC-Ladepunkten in Osteuropa
Mit 82,0 Prozent verzeichnete Tschechien 2025 im Vergleich zum Vorjahr das hchste Wachstum bei BEV-Neuzulassungen, vor Estland (+75,9 %) und Belgien (+74,3 %). Auch besttigten mehrere osteuropische Lnder die steigende Beliebtheit von DC-Ladepunkten: Die drei europaweit hchsten Wachstumsraten gegenber 2024 entfielen auf Lettland (+142,8 %), Estland (+122,9 %) und Polen (+103,7 %).
Ladepunktbetreiber sehen Energiemanagement als erfolgsbestimmend
Eine Befragung unter vier europaweit aktiven CPO (Charge Point Operator, zu Deutsch Ladepunktbetreiber) aus dem GridX-Partnernetzwerk ergab, dass diese die Sicherstellung ausreichender lokaler Netzkapazitten als grte Herausforderung beim Ausbau der ffentlichen Ladeinfrastruktur sehen. Sie erwarteten einstimmig, dass sich Flexibilitt bis 2030 zum elementaren Geschftstreiber entwickeln wird, und gaben Kosteneffizienz und zustzliche Umsatzerlse als Hauptgrnde fr die Entscheidung fr Flexibilitt an.
Die grte Komplexitt sahen drei der vier befragten CPO in der Flexibilittsprognose, -aggregation und -disaggregation. Einstimmig gaben die CPO an, ihre Ladestationen neben einem smarten EMS bis 2030 zustzlich um Batteriespeicher ergnzen zu wollen.
Ohne eine entsprechende Steuerung der wachsenden Ladeinfrastruktur entstehen neue Herausforderungen. Wir bewegen uns daher weg vom reinen Ausbau der Infrastruktur hin zu intelligenter Vernetzung und Flexibilitt, sagt Anne Bicking, CEO bei GridX. Was die Akteure der Energie- und Mobilittswende heute voneinander unterscheidet, ist nicht die Gre einer Ladestation, sondern die Frage, wie intelligent sie gesteuert und monetarisiert wird. Die nchste Phase der Elektromobilitt wird davon geprgt sein, wie effektiv dezentrale Anlagen in koordinierte, flexible Systeme umgewandelt werden.
Automobile Magazine-Germany


















