Die niederlndische Behrde RDW hat im April eine Typgenehmigung fr Teslas Fahrassistenzsystem Full Self-Driving (Supervised) erteilt. Damit knnen Funktionen der Technologie in den Niederlanden genutzt werden, die Genehmigung knnte spter eine Ausweitung auf alle EU-Mitgliedstaaten ermglichen. RDW informiert ber die Hintergrnde des Prozesses.
Dem Verfahren gingen demnach mehr als anderthalb Jahre Untersuchungen und Tests auf der Teststrecke sowie auf ffentlichen Straen voraus. Die Behrde verweist darauf, dass Sicherheit fr sie Vorrang habe und der korrekte Einsatz solcher Systeme einen positiven Beitrag zur Verkehrssicherheit leiste.
„Nicht autonom oder selbstfahrend“
Full Self-Driving (Supervised) – auf Deutsch Vollstndig autonomes Fahren (berwacht), von Tesla auch kurz FSD (berwacht) genannt – wird als fortgeschrittenes Fahrassistenzsystem beschrieben, das viele Fahraufgaben bernehmen kann, jedoch nicht autonom arbeitet. Ein Fahrzeug mit diesem System sei nicht autonom oder selbstfahrend, erklrt die niederlndische Behrde. Der Fahrer bleibe jederzeit verantwortlich und msse die Kontrolle stets behalten.
Whrend das System aktiviert ist, berwachen verschiedene Sensoren, ob der Fahrer die Augen auf die Strae richtet und die Hnde verfgbar hlt, um das Lenkrad zu bernehmen. Die Hnde mssen demnach nicht am Lenkrad liegen, aber ein unmittelbares Eingreifen muss jederzeit mglich sein.
Erkennt das System unzureichende Aufmerksamkeit, folgen verschiedene Signale, mit denen der Fahrer seine Wachsamkeit nachweisen muss. Ttigkeiten wie das Zeitunglesen am Steuer sind demnach weder erlaubt noch mglich. Bleibt die Aufmerksamkeit wiederholt unzureichend, weist das System darauf hin und kann sich im uersten Fall vorbergehend nicht mehr aktivieren lassen.
RDW erklrt, das Tesla-System untersttze den Fahrer strker als andere Systeme, weil es bei Aktivierung mehrere Fahraufgaben bernehme. Zugleich betont die Behrde die kontinuierliche strikte berwachung des Fahrers im Fahrzeug und bezeichnet das System deshalb als sicherer als andere Fahrassistenzsysteme.
Jhrlich erteile man rund 50.000 Typgenehmigungen fr ganze Fahrzeuge oder Fahrzeugteile, dazu zhlten auch Fahrassistenzsysteme. Beim Zulassungsprozess hebt RDW Unterschiede zwischen der EU und den USA, wo das Tesla-System schon lnger umfassendere Funktionalitt bieten kann. In der EU wrden Fahrzeuge nur mit vorab erteilter europischer Typgenehmigung zugelassen, whrend in den Vereinigten Staaten eine Selbstzertifizierung gelte und die Aufsicht im Einsatz nachtrglich kontrolliere. Zudem stelle Europa andere und strengere Anforderungen an Sicherheit und Umwelt. Auch die Softwareversionen unterschieden sich, weshalb die FSD-(berwacht)-Version in den USA nicht mit der Version in der EU vergleichbar sei.
Fr das Tesla-System gilt die Genehmigung derzeit nur in den Niederlanden. Fr eine Nutzung in der gesamten EU muss RDW einen Antrag bei der Europischen Kommission einreichen. Anschlieend stimmen alle Mitgliedstaaten darber ab, erforderlich ist eine Stimmenmehrheit im zustndigen Ausschuss.
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