Die Baureihen von Hyundais Elektroauto-Familie Ioniq unterscheiden sich beim Design nicht nur von den Verbrenner-Modellen, sondern auch untereinander deutlich. Das war eine bewusste Strategieentscheidung, von der man nun aber wieder auf Abstand geht. Die Südkoreaner wollen künftig ihre E-Autos optisch stärker angleichen, langweilig werden sollen sie aber nicht.
Europa-Chef Xavier Martinet sagte gegenüber Autocar, das Showcar Concept Three – eine Vorschau auf das kommende elektrische Kompaktmodell Ioniq 3 – sei ein Bekenntnis der Marke, sich auch weiterhin durch auffällige Designs von der Konkurrenz abzuheben und den sich wandelnden Kundenanforderungen gerecht zu werden.
„Als wir letztes Jahr in München das Concept Three vorstellten, sagten die Leute: ‚Wow, endlich mal etwas anderes als wieder ein SUV. Ein sehr starkes Design‘“, so Martinet. Die vorherrschende Designstrategie des Unternehmens bestehe weiterhin darin, mit jedem neuen Auto „etwas zu schaffen, was es auf dem Markt noch nicht gibt“.
Der Europa-Chef räumte jedoch ein, dass es der Modellpalette von Hyundai an Homogenität mangele, da die einzelnen Modelle nur durch ihr pixelartiges Lichtdesign und eine begrenzte Anzahl weiterer kleiner Merkmale subtil miteinander verbunden seien. Das Unternehmen arbeite daran, dies durch die Einführung einer deutlicheren, übergreifenden Designsprache bei zukünftigen Modellen zu korrigieren.
„Familiengefühl“, aber weiter eigenständige Designaspekte
„Vielleicht gab es in der Vergangenheit kein so systematisches Familiengefühl zwischen unseren Fahrzeugen“, sagte Martinet. „Wir arbeiten daran, aber wir werden niemals einfach alles kopieren und den umgekehrten Weg gehen. Wir haben einige Marken gesehen, die in dieser Richtung vielleicht zu weit gegangen sind.“
Der Südkoreaner halten laut dem Manager an der „Schachfigur“-Strategie von Chefdesigner Sang Yup Lee fest, wonach jedes Modell einen ganz eigenen Charakter behält. Aber es müsse „ein Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Familie geben, das zeigt, dass sie zu etwas Sinnvollem gehören“. „Das ist genau das, was wir mit den neuen Autos erreichen wollen.“
Allgemein seien „die ersten beiden Kriterien immer Design und Preis“, wenn Kunden zwischen Autos wählen, so Martinet. Die Reihenfolge der Wichtigkeit dieser beiden Faktoren hänge jedoch vom jeweiligen Segment ab. „Je größer das Auto, desto wichtiger ist das Design, denn Kunden haben die Wahl – und im A- und B-Segment, wo die Käufer eher preisbewusst sind, ist der Preis entscheidend.“
„Man muss auch zu seinen Kunden eine emotionale Verbindung aufbauen, daher ist das Design tatsächlich von grundlegender Bedeutung. Wenn man sich den Ioniq 5 ansieht, gibt es kein anderes Fahrzeug, das so aussieht. Der Inster ist ein sehr spezifisches Fahrzeug. Dann gibt es noch den Ioniq 9 (Artikelbild), der ebenfalls sehr spezifisch ist“, so Martinet. „Wie schafft man es, gleichzeitig emotional und rational vorzugehen? Das ist der Schlüssel zum Erfolg.“
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