Volkswagen befindet sich nach Angaben von Konzernchef Oliver Blume in einer Phase stabiler Neuausrichtung. Die Sanierung der vergangenen Jahre habe Fortschritte gebracht, und die Performance-Programme wirkten markenbergreifend. Blume betont in einem ausfhrlichen Interview mit der WirtschaftsWoche, dass der Konzern wieder aus eigener Kraft handeln knne. Ziel sei es, die nchste Phase einer nachhaltigen Transformation bis 2030 einzuleiten.
Trotz Rckschlgen darunter der Abbau von 50.000 Stellen und ein Gewinneinbruch 2025 hebt Blume die Erfolge bei Produkten und Software hervor. Volkswagen habe Bestmarken erzielt, darunter Auszeichnungen wie sechs „Goldene Lenkrder“ und zehn erste Pltze bei den „Best Cars“. In Europa sei man Marktfhrer, sowohl bei Verbrennern als auch bei Elektrofahrzeugen. In China wrden 2026 die ersten Produkte der neuen Strategie eingefhrt, whrend massive Kosteneinsparungen weltweit die Stabilitt des Konzerns gestrkt htten.
Die grten Herausforderungen der Sanierung lagen laut Blume bei Design, Technologie, Qualitt und Software. Auch die Rentabilitt der Produkte war ein zentrales Handlungsfeld. Finanzielle Einsparziele wurden erreicht, teils schneller als geplant. Blume betont: Wir konnten alles, was wir zu Beginn versprochen haben, in diesen drei Jahren erledigen teilweise sogar schneller als geplant.
„In den vergangenen Jahren hat sich die Welt grundlegend verndert“
Der Kapitalmarkt beginne die Fortschritte zu honorieren. Die Mrkte htten sich jedoch verndert: Europa schrumpfe um mehr als zwei Millionen Fahrzeuge, China zeige hohe Innovationsdynamik und Preisdruck, und die USA frderten verstrkt die heimische Industrie. Zlle kosteten Volkswagen rund fnf Milliarden Euro jhrlich, auch wenn Porsche Rekordabstze in den USA erzielte.
Blume betont die Notwendigkeit von Milliardeninvestitionen in Elektromodelle fr den US-Markt. Dazu gehren Projekte wie Scout und Kooperationen mit dem E-Auto-Start-up Rivian. Einige Plne mssen an neue Rahmenbedingungen angepasst werden, etwa SUVs und Pick-ups mit Range-Extender-Elektroantrieb.
Fehler der Vergangenheit sieht Blume vor allem in der berschtzung des chinesischen Marktes und der Annahme stabiler Gewinne. Das Wachstum in einigen Segmenten sei eingebrochen, der Luxusmarkt in der Volksrepublik um rund 80 Prozent. Die Strukturen werden daher angepasst. Bei Porsche habe man auf Elektroautos gesetzt, um den Brsengang zu ermglichen, jetzt jedoch die Strategie teilweise korrigiert, erklrt der Manager.
„Die Transformation erfordert zum Teil unpopulre Manahmen“
Die Transformation der Automobilindustrie sei mit unpopulre Manahmen verbunden, so Blume. Er beschreibt Einschnitte in Deutschland, Kapazittsabbau und Anpassungen bei Vergtungen als notwendig, um Zukunftsfhigkeit zu sichern. Deswegen brauchen wir als Management ein gesundes Selbstvertrauen und den Mut, sich mit mglichen Widerstnden auseinanderzusetzen.
Herausfordernd seien weiterhin langsame Prozesse und Brokratie. Bei Softwareprojekten, etwa dem Joint Venture mit Rivian, liege Volkswagen im Plan. Die Softwareeinheit Cariad sei saniert, neu ausgerichtet und ausgezeichnet. Wichtig sei, dass alle weltweiten Aktivitten ineinandergreifen „wie Zahnrder in einem Getriebe“.
2026 gilt laut Blume als Schlsseljahr: Produkte, Technologien und Regionen befinden sich im Liefermodus, finanzielle Stabilitt sei erreicht. Nun beginne die nchste Transformationsphase. Der Volkswagenchef vergleicht die Strategie mit einer Bergwanderung unter herausfordernden Bedingungen: Man wei, wohin man will, muss jedoch kurzfristig flexibel bleiben und Etappen anpassen.
Aufgrund der Dynamik des Umfelds setzt Blume auf krzer gesteckte Etappen und ein neues „Basislager“. Von dort gelte es zu klren, wo Volkswagen im Jahr 2030 stehen soll.
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