Milliardenloch bei VW? CEO Blume soll sich auf Reformarbeit konzentrieren

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Die Doppelrolle von Oliver Blume als Vorstandschef sowohl bei Volkswagen als auch bei der Sportwagentochter Porsche endet. Ab nächstem Jahr übernimmt Michael Leiters, früher in leitender Position bei Ferrari, die Führung des Sportwagenherstellers. Hintergrund der Personalie ist laut einem Bericht insbesondere auch die kritische finanzielle Lage bei Europas größtem Autokonzern.

Die Entscheidung für Leiters sei nicht auf Wunsch von Blume gefallen, der lieber einen Vertrauten in Zuffenhausen gesehen hätte, schreibt die Bild. Doch angesichts sinkender Gewinne, Problemen auf dem chinesischen Markt, drohender US-Zölle und eines „Modell-Desasters“ setzte sich die Porsche-Piëch-Familie als Hauptaktionärin durch. Die Lage gelte als zu ernst für Kompromisse.

Besonders bei Porsche ist demnach die finanzielle Situation kritisch: Der Sportwagenbauer verdiene kaum noch Geld, heißt es. Doch auch im Mutterkonzern Volkswagen sehe es kaum besser aus. Als der Konzernvorstand um Finanzchef Arno Antlitz kürzlich die Finanzplanung analysierte, habe sich eine Lücke von 11 Milliarden Euro offenbart – allein für das kommende Jahr. Dabei handele es sich um den sogenannten freien Kapitalfluss, der angibt, wie viel Geld für Investitionen zur Verfügung steht. Für 2025 reicht das Geld dem Bericht zufolge noch, aber schon 2026 werde es wohl eng.

„Gespart wird nun praktisch überall“

Ohne Gegenmaßnahmen müsste Volkswagen Investitionen kürzen – ein riskanter Schritt, da die Branche sich mitten im Wandel von Verbrennungsmotoren zu Elektromobilität und digitaler Fahrzeugtechnik befindet. Gerade in diesen Zeiten wäre das fatal, betonen hochrangige, namentlich nicht genannte Manager im Gespräch mit der Bild. Finanzchef Antlitz habe seine Teams deshalb beauftragt, die Milliardenlücke zu schließen. Gespart werde nun fast überall, vom Marketing über den Vertrieb bis hin zu Investitionen.

Doch selbst ein Sparkurs werde voraussichtlich nicht ausreichen. Deshalb sollen Beteiligungen verkauft werden, vollständig oder in Teilen. Dazu zählen der frühere MAN-Energy-Ableger Everllence, ein Motorenhersteller, die Designschmiede Italdesign und der Entwicklungsdienstleister IAV. Diese Schritte könnten einen Teil der Summe bringen, doch der Rest bleibt offen. „Der Vorstand wird also noch kreativ werden müssen“, so die Bild. Eine Alternative dazu gebe es nicht.

Sollte der Plan nicht aufgehen, drohe ein Dominoeffekt, heißt es weiter. Interne VW-Kreise befürchten demnach, dass sich die finanzielle Situation weiter verschlechtern und Rating-Agenturen die Kreditwürdigkeit des Konzerns herabstufen. Derzeit liegt das Rating am unteren Ende der Stufe „stabil“. Bei einem Abstieg in den Bereich „Junk“ (Englisch für Schrott) würde Volkswagen künftig deutlich höhere Zinsen zahlen müssen – Schätzungen zufolge im oberen einstelligen Milliardenbereich pro Jahr.

„Wir müssen da schlanker werden“

„Wir müssen uns grundlegend mit der Aufstellung von Volkswagen befassen“, zitiert die Bild einen hochrangigen Manager. Die Vielzahl an Marken, von VW über Audi, Porsche und Škoda bis Traton, sei zu komplex. Zudem würde etwa bei Entwicklungen an zu vielen Stellen parallel gearbeitet. Der Vorstand strebe deshalb eine „schlankere“ Struktur an.

Oliver Blume soll sich auf diese grundlegende Reformarbeit im Volkswagen-Konzern konzentrieren – ein zentraler Grund für das Ende seiner Doppelfunktion. Aus Konzernkreisen heißt es, dass die Belastung durch beide Spitzenpositionen nicht mehr zu vertreten war. Wolfgang Porsche, Sprecher seines Familienzweigs, sei sich der kritischen Lage bewusst, in der sich der Konzern befindet, erklärt die Bild.

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