Im Rahmen eines Webinars von ChargeUp Europe schilderte Meta Kessler, Director of Corporate Strategy beim europäischen Betreiber von Schnellladesäulen Ionity, die aktuellen Entwicklungen im Hochleistungsladen für Elektroautos.
Die Nachfrage nach öffentlichem High-Power-Charging (HPC) steige rasant, während gleichzeitig die wirtschaftliche Basis für Ladeanbieter unter Druck gerate, sagte Kessler laut Mobility Portal. Deutschland sei dabei ein exemplarischer Markt: Die HPC-Infrastruktur wachse, doch es fehlten genügend batterieelektrische Fahrzeuge (BEV), um die Auslastung stabil zu halten.
Laut Kessler verschiebt sich das Ladeverhalten deutlich in Richtung öffentlicher Schnellladepunkte. Bis 2030 würden zwar weiterhin 60 Prozent der Ladevorgänge privat erfolgen, doch „von den verbleibenden 40 Prozent, die öffentlich stattfinden, werden mehr als 65 Prozent High-Power sein“. Ähnliche Entwicklungen beobachtet Ionity in anderen europäischen Ländern mit hoher BEV-Durchdringung.
Der Schwerpunkt der Ausbaupläne verlagere sich damit klar auf öffentliches HPC – nicht nur entlang von Autobahnen, sondern zunehmend auch in städtische Räume. Für die Betreiber bleibe jedoch die Wirtschaftlichkeit eine zentrale Herausforderung. Das Verhältnis von Fahrzeugen zu Ladepunkten, ein wesentlicher Leistungsindikator für Ionity, liege in Deutschland derzeit bei lediglich 60 BEVs pro HPC-Anschluss.
Dieses Verhältnis ist aus Sicht des Unternehmens nicht ausreichend. „Um ein gesundes und nachhaltiges Geschäftsmodell zu erhalten, brauchen wir etwa 100 — oder in Zukunft sogar etwas mehr“, erklärt Kessler. Nach einem deutlichen Rückgang 2024 gebe es zwar Anzeichen für eine Erholung im Jahr 2025, doch werde es Jahre dauern, bis wieder ein nachhaltiges Niveau erreicht ist.
Da Ionity ein Netz entlang von Fernstraßen betreibt, stammen viele Nutzer im Sommer aus anderen europäischen Ländern, insbesondere aus den nordischen Staaten oder den Niederlanden. Diese Fahrer berichten Kessler zufolge, dass Reichweitenangst für sie keine Rolle mehr spiele. „Es ist ein guter Zeitpunkt, um ein BEV zu kaufen, da dies kein Problem mehr darstellt“, meint die Managerin.
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