Bei der BMW-Performance-Tochter M wird der Wandel hin zu elektrischen Antrieben nicht als Bruch verstanden, sondern als konsequente Weiterentwicklung. Sylvia Neubauer, Vice President Kunde, Marke und Vertrieb bei BMW M, beschreibt Innovation dabei nicht allein als technologischen Fortschritt. Vielmehr betont sie beim Automobilwoche Womens Leadership Day, dass ein wichtiger Treiber von Innovation Emotionen seien – eine Dimension, die fr die Marke zentral und erfolgsentscheidend sei.
Die emotionale Komponente prgt laut Neubauer sowohl Entwicklung als auch Kauf eines M-Fahrzeugs. Es gehe nicht nur um ein Produkt, sondern um ein Mindset, das die Marke seit ihren Anfngen bestimme und bis heute die strategische Ausrichtung trage. Dieses Selbstverstndnis sttze sich auf klar definierte Sulen, darunter der Grundsatz born on the racetrack (auf der Rennstrecke geboren), der den Motorsport als Ursprung der Marke beschreibt.
Motorsport auch fr Serienautos
BMW M sei ursprnglich nicht als Submarke konzipiert worden, sondern mit dem Ziel, Rennen zu gewinnen und technologische Grenzen zu verschieben. Der Motorsport fungiere weiterhin als zentraler Prfstand, bei dem Rennerfolge als Proofpoint fr funktionierende Technologien gelten. Entscheidend sei dabei die bertragung in die Serie. Performance werde nicht nur ber Beschleunigung definiert, sondern insbesondere ber Beherrschbarkeit im Grenzbereich.
Die wirtschaftliche Entwicklung unterstreicht diese Ausrichtung: 2025 erzielte BMW M mit 213.457 Fahrzeugen das 14. Rekordjahr in Folge. Neubauer fhrt dies auf disziplinierte Markenfhrung und eine przise Zielgruppenansprache zurck. Authentizitt spiele dabei eine zentrale Rolle, denn unsere Kunden spren, ob Performance echt ist oder nur behauptet wird.
Ein Beispiel fr die strategische Weiterentwicklung ist der neue BMW M3, der zuknftig parallel mit klassischem Reihensechszylinder-Verbrenner und als vollelektrische Variante angeboten wird. Dieses Konzept soll sowohl bestehende Fans als auch neue Zielgruppen ansprechen. Die Elektrifizierung wird dabei als logischer nchster Schritt verstanden, wobei laut Neubauer entscheidend bleibt, dass sich auch ein elektrifizierter BMW M wie ein echter BMW M anfhlt.
„Elektrifizierung ist nicht der Endgegner“
Die Transformation zur Elektromobilitt sieht Neubauer als nchsten logischen Schritt. Elektrifizierung ist nicht der Endgegner, sagt sie. Entscheidend sei, dass auch ein elektrifizierter BMW M sich wie ein echter BMW M anfhlt. Ein Entweder-oder zwischen klassischen Kunden und neuen Zielgruppen lehnt die Managerin ab. Vielmehr sei die gleichzeitige Ansprache beider Gruppen essenziell. Um Vorbehalte gegenber elektrischen Modellen abzubauen, setzt BMW M auf neue Kommunikationsformate wie eine YouTube-Serie.
Technologisch erffnen elektrische Antriebe laut Neubauer zustzliche Mglichkeiten. Ein strombetriebener BMW M knne Kreise um den Verbrenner fahren, ohne der Marken-DNA zu widersprechen. Gleichzeitig bleibe die Marke den Wnschen klassischer Kunden verpflichtet, insbesondere beim Verbrennungsmotor und beim Schaltgetriebe, das vor allem in den USA weiterhin gefragt ist.
Allerdings stoen Schaltgetriebe angesichts steigender Leistung an Grenzen. Neubauer kndigt hierfr eine Lsung an, ohne Details zu nennen. Dabei deutet sich an, dass ein handgeschalteter M3 mit geringerer Leistung Teil dieser Lsung sein knnte.
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