Volkswagens Partnerschaft mit dem kalifornischen Elektroauto-Hersteller Rivian wird offenbar teurer als ursprnglich erwartet. Laut Berechnungen des Spiegel drfte der deutsche Autohersteller allein in diesem Jahr rund 2,3 Milliarden Euro in die Kooperation und das gemeinsame Unternehmen Rivian and Volkswagen Group Technologies (RVT) investieren.
Das Joint Venture hat sich die Entwicklung einer modernen Elektronik- und Softwarearchitektur fr Elektrofahrzeuge zum Ziel gesetzt. ffentlich kommuniziert Volkswagen bislang nur die Gesamtsumme von 5,8 Milliarden Dollar, die in Rivian-Aktien flieen oder als zinsgnstige Kredite an den Partner gegeben werden.
Ein wesentlicher, bislang wenig beachteter Kostenfaktor ist dem Bericht zufolge, dass Volkswagen auch 75 Prozent der laufenden Kosten des gemeinsamen Entwicklungszentrums tragen muss. Dieses Zentrum beschftige mehr als 1000 Mitarbeiter, viele davon hochbezahlte Softwareentwickler aus dem Silicon Valley. Fr Rivian sei der Deal finanziell sehr vorteilhaft: In seiner Software- und Dienstleistungssparte blieben von jedem Dollar, den Volkswagen in die Partnerschaft zahlt, 37 Cent als Bruttorendite brig. 2025 zahlte Volkswagen bereits rund 365 Millionen Euro fr den Betrieb von RVT, eine Zahl, die 2026 auf annhernd 600 Millionen Euro steigen drfte.
„Schnell und przise“
Volkswagen betont, dass die Zusammenarbeit auch erfolgreiche Ergebnisse wie die Wintertests der Fahrzeuge der Konzernmarken VW, Audi und Scout hervorgebracht hat. Konzernchef Oliver Blume erklrte, RVT zeige erneut, wie schnell und przise dort gearbeitet wird. Allerdings musste das Gemeinschaftsunternehmen nach Informationen des Spiegel in der Testphase auf Untersttzung von Volkswagens Softwareeinheit Cariad zurckgreifen. Bei den Tests von drei Versuchsfahrzeugen war es demnach ntig, dass Cariad Entwickler einarbeiteten, um die Software rechtzeitig fertigzustellen.
Trotz dieser Erfolge soll es weiterhin Konflikte zwischen den verschiedenen Entwicklungsabteilungen geben. So soll es Streitigkeiten zwischen den Entwicklern von RVT und Audi hinsichtlich der Crashsicherheit gegeben haben. Ein Entwurf fr eine Elektronikarchitektur, die 2029 im Audi A4 fr Elektroautos verbaut werden solle, sei von den Sicherheitsexperten bei Audi abgelehnt worden. Die Bedenken sollen die Positionierung der Rechner in der Nhe von Knautschzonen betroffen haben, wodurch zentrale Sicherheitsfunktionen bei einem Unfall gefhrdet gewesen wren. Ein Audi-Sprecher sagte, dass die Probleme mittlerweile gelst worden seien und ein zielfhrender Ansatz gefunden wurde.
In einem Interview mit dem Handelsblatt ging Wassym Bensaid, RVTs Co-Chef und Rivians Technikvorstand, auf die Kritik der Entwickler aus den Volkswagen-Marken ein. Wenn man einen tiefgreifenden Kultur- und Prozesswandel vorantreibt, macht man sich nicht nur Freunde. Besonders bei Mitarbeitern, deren Aufgaben sich grundlegend ndern, oder bei Hierarchieebenen, die in der neuen Struktur nicht mehr bentigt werden, sei Unmut verstndlich.
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