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Renault setzt auf Unabhängigkeit und will Elektroautos profitabler machen

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Auf dem Pariser Autosalon erläuterte François Provost, Chief Executive Officer der Renault Group, gegenüber Journalisten die künftige Strategie des Konzerns. Im Fokus standen dabei laut dem Portal Edison die Wettbewerbssituation durch chinesische Hersteller, die Auslastung europäischer Werke sowie die Rentabilität von Elektroautos.

Eine gemeinsame Fahrzeugproduktion mit chinesischen Herstellern in Europa wird von Renault ausgeschlossen. Laut Provost sind die europäischen Werke mit über 85 Prozent gut beschäftigt, weshalb keine freien Kapazitäten für eine solche Kooperation zur Verfügung stehen. Zudem verfolge der Konzern das Ziel, technologisch unabhängig zu bleiben und Partner nur dann zuzulassen, wenn diese die Renault-Technologie nutzen.

„In Europa wollen wir unabhängig bleiben. Wir wollen beweisen, dass ein europäischer Autobauer Fahrzeuge innerhalb von zwei Jahren entwickeln kann und an der Spitze der Technologien steht, auf die es heute ankommt – bei der E-Fahrzeug-Wertschöpfungskette und bei der Software“, so Provost.

Während beim neuen elektrischen Twingo noch die Unterstützung chinesischer Ingenieure genutzt wurde, gelte für künftige Modelle ein neuer Standard von zwei Jahren Entwicklungszeit. Dafür habe etwa 50 Prozent der Ingenieure von traditionellen Antrieben auf neue Disziplinen wie Batterie, Software und Leistungselektronik umgeschult, heißt es.

Bezüglich der Profitabilität gab Provost an, dass sich Elektroautos im Durchschnitt weiter weniger rentieren als Verbrenner. Renault erziele jedoch mit dem Twingo, dem Renault 5 und dem Renault 4 Gewinne, die „signifikant höher“ als bei der ersten Generation von Mégane und Scénic seien. Ziel für künftige Plattformgenerationen sei ein Rentabilitätsniveau, das dem von Hybridtechnologien entspricht.

Ein Hindernis für die Nachfrage stellt Provost zufolge derzeit die europäische Zulieferkette dar, insbesondere die Verfügbarkeit von Batterien. Zwar senke etwa der Einsatz von LFP-Zellen (Lithium-Eisenphosphat) beim Mégane E-Tech die Batteriepreise um mehr als 25 Prozent – doch der Aufbau einer vollständigen europäischen Wertschöpfungskette inklusive Rohstoffgewinnung und Raffinerie brauche Zeit.

Gegen den Preisdruck durch asiatische Importe setzt Renault auf die Gesamtkosten über die gesamte Nutzungsdauer. Neben dem Kaufpreis seien auch gesicherte Restwerte, niedrige Betriebskosten, ein Servicenetz mit 10.000 Stützpunkten, langlebige Garantien und Software-Updates entscheidend. Zudem seien die Benzinpreise zunehmend unberechenbar und die Wartungskosten bei Elektroautos um 30 Prozent geringer als bei alten Verbrennern.

Automobile Magazine-Germany

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