Geely will seine Position in Deutschland zügig ausbauen und innerhalb von drei bis fünf Jahren zum führenden chinesischen Importeur aufsteigen. Deutschlandchef Philipp Hempel formuliert das Ziel im Gespräch mit der Automobilwoche: „Unsere Ambition ist, der größte chinesische Importeur in Deutschland zu werden.“
Aktuell liegt BYD mit knapp 36.800 Neuzulassungen bis Ende August vorn, während Geely bis dahin auf 1260 Neuzulassungen kommt. Beim Händlernetz ist Geely nach eigenen Planungen vor dem bisherigen Zeitplan. Derzeit verfügt die Marke demnach über 46 Standorte, das Jahresziel von 50 soll voraussichtlich noch im September erreicht werden, bis Jahresende sind 75 Standorte vorgesehen. Bei einem Absatz von 5000 Fahrzeugen bis Jahresende hätte Geely nach Angaben Hempels den schnellsten Marktstart eines Herstellers in Deutschland geschafft.
Eine zentrale Rolle bei der geplanten Vertriebsoffensive übernimmt der Elektro-Kleinwagen E2, der im September in Deutschland startet. Der Einstiegspreis liegt bei 19.990 Euro, im Leasing wird das Modell ab 99 Euro angeboten. Die Topvariante kostet 26.990 Euro und soll für 199 Euro monatlich geleast werden können. Hempel bezeichnet den E2 als künftiges „Zugpferd“ der Marke.
Parallel plant Geely eine umfangreiche Marketingkampagne und den weiteren Ausbau des Vertriebs. Neue Händler erhalten über den Finanzierungspartner BNP Paribas Einkaufs-Kreditlinien von mindestens einer Million Euro. Für 2027 peilt Geely bereits 150 Händler an, ursprünglich war dieses Ziel für 2028 vorgesehen. Das Modellportfolio soll von derzeit drei auf 16 Fahrzeuge bis Ende 2028 wachsen.
Geely sieht nach Aussagen Hempels im deutschen Volumensegment Platz für drei bis vier neue Marken und erwartet, dass sich sowohl neue Anbieter als auch einige etablierte Importeure zurückziehen werden. Derzeit hat das Unternehmen 60 Händlerverträge unterzeichnet, 35 Partner sind bereits mit Standorten aktiv. Bei den Händlermargen setzt Geely nach Hempels Angaben auf eigene Vertriebsaktionen, damit Händler ihre Marge nicht für Rabatte einsetzen müssen.
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