Der Verband der Automobilhändler Deutschlands (VAD) fordert eine Ausweitung der E-Auto-Förderung auf junge Gebrauchtwagen mit einem Alter von bis zu 14 Monaten. Die seit einem halben Jahr bestehende Prämie für neue Elektroautos sowie bestimmte Plug-in-Hybride und Range-Extender-Elektrofahrzeuge hat nach Beobachtungen des Verbands das Kundeninteresse erhöht, insbesondere an günstigeren Modellen.
Gleichzeitig tragen laut dem VAD die Entwicklung der Kraftstoffpreise und das wachsende Fahrzeugangebot zur steigenden Nachfrage bei. Bei der Organisation ist man aufgrund des beobachteten Kundeninteresses überzeugt, dass sich die Elektromobilität auch ohne Prämien, Verbote und Quoten durchsetzen wird.
Nach einer Auswertung der Förderzahlen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) profitieren deutsche Hersteller bislang deutlich unterproportional von der Prämie. Zwischen Januar und Juli 2026 entfielen auf US-Elektroautobauer Tesla 18,51 Prozent der geförderten Fahrzeuge, während der Anteil der Marke am gesamten E-Auto-Markt 6,54 Prozent betrug. VW Pkw erreichte dagegen einen Förderanteil von 5,15 Prozent bei einem Marktanteil von 13,34 Prozent, BMW kam auf 3,64 Prozent bei einem Marktanteil von 8,66 Prozent.
Eine Förderung junger Gebrauchtwagen würde nach Einschätzung des VAD insbesondere deutschen Konzernmarken zugutekommen, die in diesem Marktsegment stark vertreten seien. Zudem könnten sich dadurch mehr Menschen mit geringerem Einkommen für ein Elektroauto entscheiden. Der Verband erwartet außerdem einen Anstieg des derzeit bei 5,5 Prozent liegenden Anteils geförderter Fahrzeuge und positive Auswirkungen auf den Neuwagenabsatz. Die Ausweitung der Förderung würde nach seiner Einschätzung zugleich das klima- und verkehrspolitische Ziel einer schnelleren Marktdurchdringung von Elektrofahrzeugen unterstützen.
Kritisch bewertet der VAD dagegen mögliche „Local Content“-Vorgaben der EU. Aufgrund international verflochtener Lieferketten befürchtet der Verband zusätzliche Bürokratie, Abgrenzungsschwierigkeiten und Kosten, insbesondere für den Autohandel. Von diesem regulatorisch aufwendigen Ansatz rät der Verband deshalb ab.
Automobile Magazine-Germany






