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Warum BMW 2028 einen Wasserstoff-X5 auf die Straße bringt

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BMW treibt die Entwicklung des Wasserstoff-Brennstoffzellen-Elektro-Pkw weiter voran und will den iX5 Hydrogen in Serie bringen. Projektleiter Josef Hochreiter beschreibt die Brennstoffzellentechnologie im Gespräch mit der Automobilwoche als Ergänzung zum rein batterieelektrischen Antrieb, nicht als dessen Ersatz. BMW nutzt dafür bestehende elektrische Fahrzeugplattformen und übernimmt möglichst viele Komponenten aus dem Elektroauto-Baukasten. Dadurch sollen Entwicklungs- und Investitionsaufwände reduziert und zusätzliche Fahrzeugarchitekturen vermieden werden.

Die dritte Generation des Brennstoffzellensystems wurde nach Hochreiters Angaben um rund ein Viertel kompakter ausgelegt. Dadurch entsteht Bauraum für einen elektrischen Allradantrieb, während der Wasserstoff-Flachspeicher dort sitzt, wo bei einem E-Auto die Hochvoltbatterie untergebracht ist. Die Nutzung identischer Bauteile und Baugruppen soll Vorteile bei Entwicklung, Einkauf, Absicherung und Produktion schaffen.

Für Hochreiter lautet das Prinzip: „ein Modell, mehrere Antriebsarten“. Der X5 wird so in Zukunft als klassischer Verbrenner, Plug-in-Hybrid, Vollstromer und Wasserstoff-Brennstoffzellen-Elektrofahrzeug verkauft. Für letztere kooperieren die Bayern mit dem japanischen Wasserstoff-Pionier Toyota.

BMW sieht Einsatzmöglichkeiten für Wasserstoff dort, wo hohe Reichweiten, schnelles Auftanken und fehlender Zugang zu Ladeinfrastruktur zusammenkommen. Wasserstoff könne zudem erneuerbare Energie speichern und transportieren und dabei helfen, Abhängigkeiten von einzelnen Infrastrukturen, Rohstoffen und Lieferketten zu verringern, sagt Hochreiter. Bei der Brennstoffzellentechnologie nennt er vor allem Aluminium, Stahl und vergleichsweise geringe Mengen Platin als benötigte Materialien. Batterieelektrische Fahrzeuge und Brennstoffzellen betrachtet man bei BMW als Technologien für unterschiedliche Anwendungsfälle.

Infrastruktur bleibt die Herausforderung

Beim verfügbaren Wasserstoff räumt der Manager ein, dass heute nicht jeder Wasserstoff an der Zapfsäule grün sei. Mit einem weiteren Ausbau erneuerbarer Energien könnten nach seiner Darstellung häufiger Zeiten mit Überschussstrom entstehen, in denen Energie in Wasserstoff umgewandelt werden kann. Für den Ausbau der Wertschöpfungskette hält er einen Dialog zwischen Energie- und Stromversorgern, Automobilindustrie, Zulieferern und Politik für erforderlich. Die Politik solle verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen in Produktion, Transport und Tankstelleninfrastruktur schaffen.

Technisch müssen Brennstoffzellensystem, Hochvoltbatterie als Pufferspeicher und Wasserstoff-Flachspeicher in das Fahrzeug integriert werden. Sieben einzelne Wasserstofftanks sollen dabei so im Fahrzeugboden untergebracht werden, dass Innenraum, Komfort und Funktionalität nicht eingeschränkt werden. Die Abstimmung soll Reichweite, Rekuperation und Fahrdynamik miteinander verbinden. Hochreiter berichtet nach eigenen Fahrten mit den Fahrzeugen von lautlosem Gleiten, stufenlosem Beschleunigen, genügend Systemleistung und sehr guter Fahrdynamik.

Dass der X5 als Trägerfahrzeug gewählt wurde, begründet Hochreiter mit seiner hohen Nachfrage, seinem Skalierungspotenzial und dem verfügbaren Bauraum. Bis zum geplanten Serienstart der Wasserstoff-Variante im Jahr 2028 muss BMW in Dauer- und Langzeiterprobungen die Zuverlässigkeit über die Lebensdauer und unter unterschiedlichen klimatischen Bedingungen nachweisen. Gleichzeitig sollen bei Lieferanten und in der eigenen Produktion Prozesse für Taktzeit, Qualität und Kosten abgesichert werden. BMW sieht das Konzept nach Hochreiters Worten als industrialisierbar an.

Konkrete Angaben zum Fahrzeugpreis macht der Manager noch nicht. Ziel sei es, bei entsprechender Skalierung ein für Privatkunden attraktives Niveau zu erreichen. Steigende Stückzahlen sollen dabei die Herstellkosten reduzieren. Beim Tankstellennetz verweist Hochreiter auf eine neue Generation von Stationen, die Lkw und Pkw bedienen und mit höheren Durchsätzen arbeiten soll. Als Erfolg bezeichnet er eine Serienproduktion des Fahrzeugs, eine sichtbare Weiterentwicklung der Infrastruktur und Kunden, die das Fahrzeug als zusätzliche, und zudem emissionsfreie Option für ihren Alltag ansehen.

Automobile Magazine-Germany

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